Ademar leon verliert iranischen schlussmann im saisonendspurt
Der Europapokal rückt in Reichweite, doch Ademar Leon muss den Lig-Endspurt ohne seinen ersten Schutzpaten bestreiten. Saeid Barkhordari ist nach Iran abgereist und kehrt vorerst nicht zurück.
Der mann, der 28 % der gegentreffer einfach wegfauste
Mit 132 Paraden und einer Fangquote von 28 % war Barkhordari die Konstante zwischen den Pfosten der Kastilier. Ohne ihn bleiben nur Álvaro Pérez (32 % Quote) und der 19-jährige Juniorennationalspieler Marcos García. Ein Altersunterschied von zwölf Jahren, der plötzlich zur Zerreißprobe wird.
Die Zahlen sind gnadenlos: Seit Januar holte Ademar Leon sieben Punkte aus fünf Spielen, in denen Barkhordari fehlte. Die Fangquote des Teams sank auf 24 % – ein Wert, der in der Asobal normalerweise die Europacup-Träume begräbt. Denn der Vorsprung auf Bidasoa Irun beträgt nur zwei Punkte, und die Basken haben das direkte Duell bereits gewonnen.
Die Situation im Iran wirft einen langen Schatten. Barkhordari musste seine Heimatreise antreten, ohne zu wissen, wann er wieder ausreisen darf. Klubchef Manolo Cadenas telefoniert täglich mit dem Außenministerium, doch Visa lassen sich nicht blockieren. „Wir planen ohne ihn“, sagt Cadenas knapp – ein Satz, der in der Kabine lauter wird als jedes Motivationsvideo.

Wie ein 19-jähriger zum notnagel wird
García war eigentlich für die División de Honor Plata vorgesehen, nun steht er vor dem Feuer der Erstklassigen. In der vergangenen Woche trainierte er mit der ersten Mannschaft, bekam 47 Schüsse ab und hielt 18 – eine Quote von 38 %, die Hoffnung macht. Aber Hoffnung reicht nicht, wenn FC Barcelona und BM Granollers anstehen.
Die Verantwortlichen haben bereits die Scouting-Liste durchgespielt. Ein kurzfristiger Leihtransfer scheiterte an der Ablösefrist, die am 15. März endete. Nun bleibt nur die interne Lösung: Pérez übernimmt die erste Hälfte, García die zweite. Eine Zerreißprobe für beide.
Barkhordari selbst schickt Sprachnachrichten aus Teheran: „Ich kämpfe um meine Rückkehr, aber die Priorität heißt Familie.“ 2010 wurde er mit 19 Jahren bester Torhüter der Asien-Spiele, 2024 wird er zum Gesicht der Unsicherheit. Ademar Leon wartet, der Europapokal rückt näher – und mit jedem Tag ohne ihn wächst der Druck auf zwei Schultern, die eigentlich noch in der Jugendakademie hätten trainieren sollen.
Am Sonntag kommt Abanca Ademar nach Leon. Die Uhr tickt, die Fangquote zittert. Wer den Europacup will, muss jetzt auch die eigenen Nerven halten.
