Adebayo ficht kritik nach 83-punkte-tsunami ab: „ich breche keine regeln, ich breche rekorde“

Bam Adebayo hat genug. 83 Punkte in einem NBA-Spiel – Rekord, Rummel, Empörung. Die Liga diskutiert nicht über sein Shooting, sondern über sein Ethos. Der Center der Miami Heat zuckt nur mit den Schultern: „Wenn ihr sauer seid, ist es mir egal.“

Der vorwurf: showboating statt sportsmanship

Die Heat führten in der vierten Viertelstunde bereits mit 35 Punkten, Milwaukee hatte die Bank gefüllt, da legte Adebayo nach: Fadeaways, Putbacks, Freiwürfe – 43 an der Zahl, NBA-Bestwert. Mit 2:14 Minuten vor Schluss foultete Miami absichtlich, nur damit er wieder ballnah wird. Twitter empörte sich über „stat-padding“, TV-Experten forderten Respektlosigkeit. Die Bucks-Bank schüttelte den Kopf, die Bucks-Fans buhte – und Adebayo traf weiter.

„Ich war es nicht, der die Double-Team-Defense verbot“, sagt er und zeigt auf den gegnerischen Coach. „Ihr gebt mir die Schuld, aber fragt Doc Rivers, warum er keinen Plan B hatte.“ Die Kritik empfindet er als Heuchelei: „Jeder Trainer sagt ‚Spiel bis zur Sirene‘, aber wenn ein Spieler 70 hat, soll er plötzlich aufhören? Das nennen dann dieseligen Leute ‚soft‘, wenn wir mal nicht aggressiv sind.“

Spoelstra schützt seinen star – und die fans

Spoelstra schützt seinen star – und die fans

Erik Spoelstra nimmt die Kugel auf sich. „Ich entscheide, wer spielt, und ich entscheide mich nie für Pessimismus.“ Der Coach erinnert an die Pleite gegen Charlotte, als ein bereits entthrontes Gegner-Team plötzlich aufdrehte. „Wir haben sieben Siege in Folge, weil wir jeden Ball ernst nehmen. Punkt.“

Die Arena tobte, als Adebayo die 80 knackte. „Die Fans haben dafür bezahlt, keine Testspiel-Atmosphäre zu erleben“, so Spoelstra. „Wir schulden ihnen 48 Minuten Konzentration – nicht 40 und dann Statistik-Poker.“

Die Heat springen auf Platz sechs der Eastern Conference, das Play-In-Polster auf Toronto schrumpft auf ein halbes Spiel. Adebayo? 28,8 Punkte im Schnitt seit All-Star-Break, plus einer neuen Bestmarke, die selbst Donovan Mitchell anrufen ließ: „83 sind verrückt, Mann. Respekt.“

Die Debatte um Ethik wird weitergehen, doch Adebayo hat schon die nächste Antwort parat: „Nächstes Mal schmeiße ich 90. Dann haben wir alle wieder was zu reden.“