Abete kämpft weiter: 'demokratie bis zum schluss'
Rom – Giancarlo Abete, Herausforderer von Gabriele Malagò im Rennen um den Präsidentenposten des italienischen Fußballverbandes (FIGC), lässt die Hoffnung nicht ruhen. Kurz vor der entscheidenden Wahl am morgigen Tag betont er sein Engagement für einen offenen Wettbewerb und kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Unterstützung für Malagò.
Ein vergleich, der kopfschütteln auslöst
Die Atmosphäre vor der Wahl ist angespannt. Abete erinnert daran, dass die vorherige Wahl von Gravina mit einem Zustimmungsergebnis von 98 % unter dem Eindruck von Einmütigkeit stattfand. „Jetzt erleben wir einen deutlich dialektischeren Prozess, der ich hoffe, eine systemorientierte Logik fördert – jenseits von parteiischen Interessen“, so Abete.
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Unterstützung für Malagò durch Aic und Aiac. „Ich werde nach der Wahl versuchen zu verstehen, warum diese Verbände sich für Malagò entschieden haben, da diese Entscheidung bisher nicht nachvollziehbar erklärt wurde.“ Abete scheint frustriert über das Fehlen einer gemeinsamen Basis für seine eigene Kandidatur. „Hätte es einen gemeinsamen Weg gegeben, hätten wir eine einzelne Person benennen können. So ist es aber nicht.“

Politische einmischung und ein schmerzlicher rückschlag
Besonders bitter empfindet Abete den jüngsten Beschluss der Regierung Abodi, der den Jugendsektoren der FIGC finanzielle Mittel entzieht und diese stattdessen der Serie A femminile zuweist. „Es ist absurd, dass 9 von 12 Vereinen, die diese Mittel erhalten, bereits in der Lage sind, sie selbst zu tragen.“ Diese Entscheidung, die kurz vor der Wahl getroffen wurde, wirft Fragen nach der Transparenz und der politischen Einflussnahme auf den Fußball auf. Abete äußert zudem Zweifel, ob die Versprechen der Regierung auf zukünftige Unterstützung für den Nachwuchs mehr als leere Worte sind. „Wir hören das schon seit Jahren, aber wir sehen nichts.“

Ein außenseiter mit prinzipien
Abete kündigt an, auch im Falle einer Niederlage in den Bundesrat eine konstruktive Rolle einzunehmen. „Wir wollen alle das Beste für den Fußball. Wir werden unseren Beitrag leisten, um eine positive und erfolgreiche Zukunft zu gestalten.“ Er betont, dass er auf eine offene und ehrliche Kommunikation setzt und die Freiheit der Verbände respektiert. „Ich glaube an eine Demokratie, in der jeder seine Stimme abgeben kann – ohne Druck oder Nötigung.“
Die Ausgangslage ist klar: Malagò geht mit einer Mehrheit ins Rennen. Abete bleibt jedoch standhaft: „Ich werde kämpfen, bis zum Schluss. Ich möchte einen Beitrag zur Sportpolitik leisten und hoffe, dass ein offener Vergleich möglich wird.“ Sein Motto: „Wer mit wenigen Prozent beginnt und dann das Land regiert, der weiß, was Demokratie bedeutet.“
Ob Abete mit seiner Botschaft die Delegierten überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Sein Auftreten zeugt von Integrität und dem Willen, den italienischen Fußball auf eine neue, transparente Bahn zu bringen.
