Streich enthüllt: kramer wäre fast nach freiburg gewechselt
Christian Streich packt aus: Kurz vor der WM 2014 hätte Christoph Kramer beinahe das schwarz-rote Trikot des SC Freiburg getragen. Die ZDF-Übertragung vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste wurde zur Konfession eines verpassten Transfercoup.
»Wir wollten ihn holen« – wie freiburg kramer verlor
»Wir saßen an einem Tisch«, bestätigt Kramer live im TV. Sommer 2013, die Verhandlungen laufen. Streich sieht im damaligen Leverkusener den idealen Sechser für sein Pressing-System. »Nicht der Schnellste, das hätten wir taktisch kompensieren können. Aber der Blick – ein Freiburger Spieler«, schwärmt der Ex-Coach.
Dann kommt der Moment der Wahrheit. Moderator Jochen Breyer bohrt nach: »Hat er wirklich schon zugesagt?« Streich schmunzelt. »Nein, nein. Alles okay.« Die Wahrheit liegt auf dem Tisch: Gladbach war finanzstark, Freiburg ein bisschen weniger. Die Freundin wohnte näher am Niederrhein. Fertig war die Entscheidung.

Vom leverkusen-reservisten zum wm-held
Zurück bleibt ein Paralleluniversum. Statt beim VfL durchzustarten, wäre Kramer vielleicht in Freiburg zum Systemspieler gereift. Vielleicht ohne WM-Finale 2014. Vielleicht ohne diesen berühmten Moment, als er nach 30 Minuten gegen Argentinien zusammenbricht – und trotzdem Weltmeister wird.
Streich nimmt es mit Humor. »Er hat sich für Gladbach entschieden – in Gottes Namen«, sagt er und grinst. Der SC überlebte auch ohne Kramer, wurde 2013 sensationell Vizemeister. Kramer wurde Nationalspieler. Manchmal verlieren alle und gewinnen trotzdem.
