86 Tore in 60 minuten: aues kult-club schreibt 3.-liga-geschichte
Plauen – Die Anzeigetafel glüht, die Zuschauer atmen nicht mehr. 86 Treffer in einem einzigen Punktspiel – das ist keine Partie, das ist ein Marathon durchs Tor. Der EHV Aue schlägt den SC 04 Plauen-Oberlosa 48:38 und jagt damit nicht nur den 13. Sieg in Serie, sondern auch die Tabellenspitze.
„Ein verrücktes spiel“ – jungandreas kennt keine bremse
Uwe Jungandreas, 57, hat schon die Champions League trainiert, aber so etwas? „In einem Vorbereitungsspiel mag das mal passieren. Aber in der Liga? Das war reines Gerenne“, sagt der Aue-Coach und schüttelt noch am Tag danach den Kopf. Sein Team traf im Schnitt alle 42 Sekunden – ein Tempo, das selbst den Videobearbeiter ins Schwitzen bringt.
Paul Bones pulverisiert mit elf Treffern sein Personal- Best, Francisco Pereira und Dieudonné Mubenzem knallen je acht Mal. Die Abwehr? Zwei Papiertiger, die sich gegenseitig anzünden. Doch wer tritt da noch auf die Bremse, wenn der Kultklub aus dem Erzgebirge nach dem Abstieg 2024 auf einmal wieder Richtung Zweite Liga preschen könnte?

Aue kann schon nächste woche oben stehen
Mit einem Spiel weniger hinkt der EHV nur drei Punkte hinter Spitzenreiter MTV Braunschweig her. Das Direktduell steht am 4. April in der Erzgebirgshalle an – vorher empfängt Aue noch die Füchse Berlin II (1. April). Theoretisch kann der Klub also schon kommendes Wochenende die Tabelle anführen. „Das war mein Ziel“, gibt Jungandreas offen zu. „Wir wollten wieder für Spaß sorgen.“ Spaß? Das Stadion kocht, die Fans singen sich heiser, die Spieler tauschen Highfives wie auf einem Basketball-Court.
Die Aufstiegsrunde wird hart, das weiß auch der Coach. Aber nach 86 Treffern in 60 Minuten glaubt in Aue keiner mehr an Grenzen. Die Anzeigetafel ist runtergekühlt – die Liga brennt.
