355 Mitglieder nach fünf jahren: dürener dorfverein schreibt auferstehungs-script
Als SC Teutonia Echtz Pleite meldete, trauerte das 2.000-Seelen-Dorf um sein Sportherz – und gründete einfach ein neues. Heute, fünf Jahre später, blüht die Sportfreunde-Echtz-Gemeinschaft mit 355 Mitgliedern und der Anlaufstelle Nr. 1 für jede Altersklasse.
Vom aktenordner zur cloud
Der erste Kniff war nicht teuer – nur mutig. „Wir schafften handschriftliche Protokolle ab“, lacht Geschäftsführer Benedikt Janssen. „Stattdessen liegen alle Dokumente in der Cloud, jeder kann mitarbeiten, ohne Vorstandssitzung verpassen zu müssen.“ Das spart nicht nur Zeit, es lockt Leute, die Zeit als kostbarste Ressource sehen. Mitgliederverwaltung, Beitragsabrechnung, Trainingsplanung – alles digital, alles klick-klar.
Der Landessportbund NRW bestätigt: Seit 2016 gingen bundesweit rund 2.000 Vereine verloren. Echtz aber wuchs. Warum?

Grillparty statt briefkastenwurf
Vereinschef Holger Schrödter erzählt offen: „Ich habe Flyer verteilt – null Antwort. Dann lud ich auf einfach zum Grillen in meinen Garten ein. Plötzlich standen dreißig Leute da, jeder mit einer Idee.“ Die Erkenntnis: Wer mitgestalten darf, bleibt. Wer nur lesen soll, geht.

Padel, boule, rückengymnastik – und bald ein sportpark
Der Klassiker bleibt Fußball, doch die Palette reicht inzwischen vom Rückenkurs bis Boule. Neu in Planung: zwei Padel-Plätze, jene Mischung aus Tennis und Squash, die gerade 15- bis 20-Jährige elektrisiert. Die sechsstellige Investition finanziert ein Sponsor, der die Anlage pachtet – Mitglieder zahlen reduziert und erhalten ein kostenloses Grundkontingent. Rechnung: nach 2,5 Jahren amortisiert.
Endziel? „Ein Sportpark ohne Schloss“, sagt Schrödter, „immer offen, für jede Sportart, für alle Generationen.“
Das Projekt ist noch nicht morgen fertig. Aber es lebt – und zwar laut. Denn wer einmal mitgestaltet hat, bleibt drin. Die Bilanz: ein Dorf, ein Verein, null Nachwuchsängste.
