33 Klubs bewerben sich für die regionalliga bayern – der amateurboom rollt
Die Bewerbungsfrist war gerade abgelaufen, da prallte die Zahl schon gegen die Plexiglaswand des BFV-Büros: 33 Anträge für die Regionalliga Bayern 2026/27. Elf davon kommen aus der Bayernliga – zwei mehr als im Vorjahr. Ein kleiner Satz, eine große Botschaft: Der Amateurfußball zieht wieder an, und er zieht nach oben.
Bayernliga liefert rekordzahlen
Der Bayerische Fußball-Verband reibt sich die Hände. Schatzmeister Jürgen Faltenbacher spricht von einem „deutlichen Signal für die Attraktivität unserer Spitzenliga“. Dahinter stecken nicht nur Träume, sondern auch knallharte Excel-Tabellen. Flutlichtmasten, Kabinenflächen, Sicherheitskonzepte – alles muss passen. „Wir wollen keine geschlossene Gesellschaft“, sagt Faltenbacher. Trotzdem: Wer sich bewirbt, muss liefern. Digital, strukturiert, finanziell abgesichert.
Die Qualität der Unterlagen ist laut Verbandsspielleiter Josef Janker „deutlich gestiegen“. Kein Wunder: Der BFV begleitet die Klubs seit Monaten in Online-Seminaren. Wer früher Aktenordner per Kurier schickte, lädt heute Cloud-Links hoch. Das spart Zeit, Geld – und Nerven.

1860 Ii, pipinsried & co.: die tabelle lügt
Der Blick auf die Bayernliga-Süd-Tabelle trügt. 1860 München II führt, darf aber nur aufsteigen, wenn die erste Mannschaft in die 2. Bundesliga fliegt. FC Deisenhofen ist Dritter, doch Vorsitzender Martin Schmid hat schon abgewunken. Acht Kabinen, vier Duschen – sein Stadion ist ein Zeitzeuge aus dem Jahr 2000. „Manche Mannschaften ziehen sich auf der Tribüne um“, sagt er. „Das ist kein Zustand für die Regionalliga.“
Und dann jene, die hinten stehen, aber nach vorn greifen: FC Pipinsried (Platz 9) und SV Schalding-Heining (Platz 11) haben ihre Anträge abgegeben. Die Winter- Spielausfälle haben die Tabelle verzerrt. Ein Endspurt, ein paar Nachholepartien – und plötzlich stehen sie oben. Die Rechnung ist einfach: Wenn 1860 II blockiert und Deisenhofen pass ist, rückt der, der jetzt mutig war.

Bayreuth jagt den durchschnitt – und die liga
In der Regionalliga selbst ist indes die Meisterfrage offen. SpVgg Bayreuth liegt beim Punkteschnitt einen Hauch vor SpVgg Unterhaching. Die Tore sind enger als je zuvor, die Nerven liegen blank. Für die Bayernliga-Aufsteiger heißt es: Wer jetzt nicht antreten will, verpasst den Anschluss an ein Feld, das sich neu erfindet.
Ende April fallen die nächsten Dominosteine. Dann entscheidet der BFV, wer die Lizenz bekommt – und wer wieder runter muss in die Bayernliga, wo bereits neue Kluge ihre Koffer gepackt haben. Die Bewerbung ist erst der Anfang. Die wahre Prüfung kommt auf dem Rasen – und in den Kassen. Wer nicht liefert, fliegt raus. Punkt. Die 33 haben es gewagt. Die Rechnung der Träume beginnt jetzt.
