3. Liga: rechtevergabe verzögert sich – sky-übernahme wirft schatten
Ein Hickhack um die TV-Rechte der 3. Liga sorgt für weitere Verzögerungen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss seine Pläne zur Vergabe der Rechte ab der Saison 2027/28 überdenken und verschiebt die Ausschreibung. Was als Präsentation im Mai erwartet wurde, wird nun offenbar im April erfolgen, die eigentliche Vergabe erst im September.
Die sky-rtl-übernahme als stolperstein
Der Grund für die Verschiebung liegt unter anderem in der noch ausstehenden Übernahme von Sky durch RTL. Die RTL-Group hofft darauf, dass die Behörden der Fusion bis Ende des zweiten Quartals zustimmen. Erst dann kann RTL abwägen, wie und für welche Plattform sie überhaupt bieten kann. Die Abhängigkeit von dieser Genehmigung ist offensichtlich und wirft einen langen Schatten auf die Rechtevergabe.
Neben Sky und RTL+ gelten vor allem die Telekom mit MagentaSport und die ARD mit ihren Dritten Programmen als heiße Anwärter auf die lukrativen Übertragungsrechte. Die Telekom hält aktuell die Fäden in der Hand und sichert sich für die Saison 2023/24 bis 2026/27 alle 380 Spiele pro Saison. Dafür zahlt der DFB 26,2 Millionen Euro und leitet einen Teil der Einnahmen in Höhe von rund fünf Millionen Euro pro Spielzeit an die ARD weiter, die so 68 Partien ausstrahlen darf.

Drei szenarien für die rechtepakete
Für die neue Ausschreibung, die erneut auf vier Jahre angelegt sein soll, plant der DFB verschiedene Szenarien. Ein Paket beinhaltet alle 380 Partien, parallel dazu werden 38 Spiele für das Free-TV ausgeschrieben. Alternativ könnte es ein Free-TV-Paket mit 68 Spielen und ein Pay-TV-Paket mit 380 Spielen geben, wobei 312 exklusiv im Bezahlfernsehen laufen würden. Eine weitere Option sieht ein großes (228 Spiele) und ein kleineres (152 Spiele) Pay-TV-Paket vor, was die Möglichkeit eröffnet, dass zwei verschiedene Anbieter zum Zug kommen, wobei 38 Spiele weiterhin frei empfangbar sein müssten.
Der DFB versucht mit dieser flexiblen Struktur dem Pay-TV-Markt ein attraktives Angebot zu präsentieren und Plattformen wie DAZN, Sky oder eben RTL+ zu gewinnen. Parallel dazu sollte eigentlich auch die TV-Rechtevergabe für die Frauen-Bundesliga auf den Markt kommen. Doch die kürzliche Gründung des Ligaverbandes FBL e. V. außerhalb des DFB hat diesen Prozess ebenfalls ins Stocken geraten, da die FBL noch keine eigene Abteilung für die Medienrechte-Vermarktung aufgebaut hat.
Die Entwicklung zeigt deutlich, dass die Vergabe der TV-Rechte für die 3. Liga alles andere als ein Selbstläufer ist und von zahlreichen Faktoren abhängt. Die Unsicherheit um die Sky-Übernahme und die komplizierte Situation bei der Frauen-Bundesliga belasten den Zeitplan des DFB zusätzlich. Ob die Rechtevergabe wie geplant im September erfolgt, bleibt abzuwarten. Die Summe von 26,2 Millionen Euro, die der DFB aktuell durch die 3. Liga einnimmt, steht dabei auf dem Spiel.
