3. Liga: dfb verschiebt rechtevergabe – sky-übernahme blockiert?

Die Vergabe der Fernsehrechte für die 3. Liga hat sich verzögert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte eigentlich für Mai 2024 eine Ausschreibung angekündigt, doch interne Gespräche mit potenziellen TV-Sendern haben zu einer Verschiebung geführt. Jetzt steht die Ankündigung im April bevor, die Vergabe selbst soll im September erfolgen.

Ein deal hängt in der schwebe: sky und rtl im wartestand

Hauptgrund für die Verzögerung ist die anhaltende Unsicherheit um die Übernahme von Sky durch RTL. Die RTL-Group hofft auf eine zeitnahe Genehmigung durch die Kartellbehörden – bis Ende des zweiten Quartals soll der Deal über die Bühne sein. Erst wenn RTL Klarheit über die eigenen Möglichkeiten und Plattformen hat, kann ein Gebot für die 3. Liga abgegeben werden. Das betrifft insbesondere die Frage, ob die Rechte über Sky oder RTL+ angeboten werden sollen.

Doch es gibt mehr als nur die Sky-RTL-Dynamik. Telekom (MagentaSport) und ARD (Dritte Programme) gelten weiterhin als die heißesten Anwärter auf die Rechte. Derzeit sichert sich die Telekom für die Saison 2023/24 alle 380 Spiele und verkauft eine Sublizenz an die ARD, die im Gegenzug 68 Partien zeigen darf. Die Einnahmen des DFB aus der 3. Liga belaufen sich aktuell auf 26,2 Millionen Euro.

Drei szenarien für die rechtepakete: was ist möglich?

Drei szenarien für die rechtepakete: was ist möglich?

Für die neue Ausschreibung, die erneut über vier Jahre laufen soll, plant der DFB verschiedene Modelle für die Rechtepakete. Ein Szenario sieht ein umfassendes Pay-TV-Paket (alle 380 Spiele) vor, parallel dazu werden 38 Spiele für das Free-TV ausgeschrieben. Eine Alternative ist die Aufteilung in ein Free-TV-Paket (68 Spiele) und ein Pay-TV-Paket (380 Spiele), wobei 312 Spiele exklusiv im Bezahlfernsehen laufen würden. Eine dritte Möglichkeit ist die Vergabe von zwei Pay-TV-Paketen (228 und 152 Spiele), was potenziell zwei verschiedene Anbieter wie DAZN, Sky oder RTL+ ermöglichen könnte – wobei 38 Spiele weiterhin frei empfangbar sein müssten.

Der DFB versucht damit, dem Pay-TV-Markt ein attraktives Angebot zu präsentieren und Plattformen wie DAZN, Sky oder RTL+ für die 3. Liga zu gewinnen. Parallel dazu sollte eigentlich auch die TV-Vergabe für die Frauen-Bundesliga starten, doch die kürzliche Gründung des Ligaverbandes FBL e. V. hat diesen Prozess ebenfalls ins Stocken gebracht.

Die Verzögerung bei der Rechtevergabe wirft Fragen auf, wie sich die 3. Liga in der kommenden Saison präsentieren wird. Es bleibt abzuwarten, ob der DFB seine ambitionierten Pläne umsetzen kann und ob die Fans weiterhin eine breite Auswahl an Übertragungen genießen können. Die Entscheidung im September wird entscheidend sein.