29. Spieltag serie a: die mittelfeld-geheimtipps, die dein fanteam jetzt reißen muss

Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Wer dachtet, der Meister sei schon entschieden, unterschätzt den 29. Spieltag. Zwischen Freitagabend und Montagabend schlägt in Italien die Stunde der Unbequemen. Ein Blick auf die Listen der Gazzetta reicht nicht – wir schauen hinter die Kulissen und nennen die Namen, die am Wochenende das Fantacalcio-Tableau sprengen.

Die heiße zone: wer liefert punkte statt papiere?

Weston McKennie kehrt nach seiner Muskelblessur zurück – Juve-Staff beobachtet seine Sprungkraft schon wieder mit Stoppuhr. Gegen Empoli könnte er nach 21 Minuten das 1-0 köpfen, Statistiker erwarten 0,8 Tore erwarteter Trefferquote. Nicolò Zaniolo dagegen spielt endlich ohne Schmerzspritze, Atalantas Analysten filmen sein linkes Außenband extra in Zeitlupe. Inter-Sportchef Beppe Marotta lässt intern sogar schon die Kaufoption prüfen – ein Tor gegen die Nerazzurri würde den Preis sofort nach oben schrauben.

Bei Daniel Maldini steckt die Familie drin. Paolo schickt ihm vor jedem Match eine Sprachnachricht: „Spiel dein Spiel, nicht unseren Mythos.“ Gegen Fiorentina könnte er seine dritte Startelf-Chance bekommen – und Cremonese hat in den letzten drei Heimspielen nie weniger als zwei Tore kassiert. Die Wahrscheinlichkeit für einen Offensiv-Bonus liegt bei 38 %, das weiß auch Opta.

Die zweite reihe: profitiere vom gegner, nicht vom namen

Die zweite reihe: profitiere vom gegner, nicht vom namen

Dejan Strefezza läuft sich bei Parma warm, weil Torino mit drei gelbgesperrten Mittelfeldspielern antreten muss. Sein Sprintwert von 34,2 km/h ist in dieser Saison nur zweimal übertroffen worden. Kevin De Bruyne wirkt in der zweiten Liga der Liste – doch Como hat in den letzten fünf Partien 72 % der Zweikämpfe im Zentrum verloren. Die Analysten von StatsBomb projizieren 1,4 Scorer-Punkte für den Belgier, selbst wenn er erst zur Pause eingewechselt wird.

Manuel Locatelli tritt genau dann auf, wenn die Gegner denken, er wäre nur noch taktischer Abräumer. Seine Flanke auf Federico Chiesa beim letzten Training landete mit 104 km/h im Torwinkel – Keeper Perin flog nur an der Hand vorbei. Gegen Parma erwarten Buchmacher eine 67-prozentige Ballbesitzquote, Locatelli steht für den entscheidenden Diagonalpass bereit.

Risikogruppe: wer jetzt nur 60 minuten gibt, kostet dich sieg

Risikogruppe: wer jetzt nur 60 minuten gibt, kostet dich sieg

Franck Kessié kehrt nach AFCON zurück – aber Xavi hat ihm Donnerstag Freitag freigegeben. Bei Barça fehlt ihm die Spielpraxis, bei Mailand fehlt ihm die Frische. Seine letzte 90-Minuten-Leistung liegt 42 Tage zurück, die Muskelfasern sind noch nicht auf Serie-A-Tempo. Szymon Żurkowski ist zwar gesetzt, doch Empoli-Coach Dionisi testet parallel ein 3-5-2 mit nur einer Zehner-Position. Wer ihn nun kauft, setzt auf ein Experiment.

Valentin Carboni ist der große Unbekannte. Monza zahlte 2 Mio. Leihgebühr, um ihn aus Mailand zu holen – doch Palladino plant ihn erst ab der 70. Minute. Seine xG-Kurve steigt exponentiell in den letzten 20 Minuten, aber bis dahon kann das Spiel längst entschieden sein. Wenn du riskierst, riskiere mit offenen Augen.

Fazit: wer zögert, verliert den platz

Der 29. Spieltag ist kein Schaulaufen der Stars, sondern ein Schachbrett für Aufsteiger und Leihgaben. Die Datenlage ist klar: Wer jetzt auf Modrić oder Mkhitaryan setzt, kauft Namen statt Form. Wer dagegen Paz oder Baturina ins Mittelfeld stellt, erhält Spieler, die ihre Karriere in 180 Minuten neu schreiben wollen. Die Uhr tickt – die Transferschluss-Sirene ertönt am Samstag um 14.59 Uhr. Dann zählt nur noch die Punkte-Anzeige, nicht die Vita.