18-Jähriger karl entzaubert die nationalelf – und nagelsmann jubelt

Er kam, sah und traf fast. Lennart Karl, seit Wochen Taiwanesisch für „Karl der Große“, zog in Basel und Leipzig die Bühne auf den Rasen. Zwei Kurzeinsätze, zwei Aufreger, ein Ruf, der bis nach München hallt.

Julian Nagelsmann hatte den Bayern-Flügelspieler eingefordert, „jugendliche Unbekümmertheit“ statt Wunderdinge. Karl lieferte genau das: 25 Minuten in St. Jakob-Park, 14 in der Red Bull Arena. Ergebnis: Vorarbeit beim 4:3 gegen die Schweiz, Pfostennähe gegen Ghana. Kein Tor, aber ein Statement.

Deniz undav sieht ribéry-nachfolge

Matchwinner Undav, selbst 27 und erst seit Januar DFB-Kicker, fiel nach dem 2:1 gegen Ghana fast in Superlativen um: „Ein bisschen Ribéry-mäßig. Brutal abgezockt, frech, frisch – und trotzdem ein feiner Kerl.“ Der Stuttgarter lachte, als er hinzufügte: „Ich muss ihn noch lockerer kriegen – abseits des Platzes.“

Nagelsmann dämpfte sofort. „Er hat den ersten Minischritt gemacht“, sagte der Bundestrainer und erinnerte an die Luftlinie zwischen Talent und Träger. Doch die Zahl nagelt den Trainer fest: Von allen Debütanten der letzten 18 Monate hinterließ Karl den „besten Eindruck“. Keine Anlaufzeit, keine Bammel-Pässe, nur pure Entschlossenheit.

Die wm-tür steht einen spalt breiter offen

Die wm-tür steht einen spalt breiter offen

Die Tendenz ist klar: Mit jedem Dribbling, das die Tribüne aufstöhnt, rückt Katar 2026 näher. Karl ist zwar erster Angriffsdirektor der Bayern-U19, aber in der A-Elf noch Gast. Das kann schnell passieren. Serge Gnabry laboriert an der Hüfte, Leroy Sané schwankt zwischen Gala und Grauen. Ein Flügelplatz ist offen.

Die Entscheidung fällt nicht morgen. Nagelsmann will ihn „nicht überbranden“. Doch wer zwei Länderspiele braucht, um Ribéry-Vergleiche auszulösen, der darf träumen. Und Bayern darf planen: Vertrag bis 2027, keine Ausstiegsklausel, kein Zweifel an der Zukunft. Karl bleibt, Deutschland profitiert.

Die nächsten Länderspiele kommen im Juni. Wenn Karl dann wieder einläuft, wird die Kurve pfeifen – nicht aus Pflicht, sondern aus Vorfreude. Denn das Land hat einen neuen Liebling, und er ist gerade mal achtzehn.