1860 München: realismus kehrt ein – volland kritisiert mentalität!
Die Träume von Aufstiegsspielen sind geplatzt: Nach fünf sieglosen Partien in Folge und dem müden Unentschieden gegen Jahn Regensburg muss TSV 1860 München einräumen, dass die Ambitionen in Richtung 2. Bundesliga vorerst begraben bleiben. Der Blick richtet sich nun auf die Konsolidierung in der 3. Liga – eine bittere Erkenntnis, die Kevin Volland mit deutlichen Worten kommentiert hat.
Volland: „druck weg, serie – dann crunchtime-versagen“
Die Löwen hatten nach einer beeindruckenden Serie zuvor kurz an die Spitze der Tabelle herangekuschelt. Doch der Wind hat sich gewendet. Besonders schmerzhaft waren die Auftritte in entscheidenden Spielen gegen Duisburg (1:2) und Cottbus (0:3), in denen die Mannschaft nicht die nötige Durchschlagskraft zeigte. Der Rückstand auf den Aufstiegsplatz drei beträgt nun satte neun Punkte – ein Abstand, der bei der aktuellen Form kaum noch zu überwinden scheint.
Volland, erst kürzlich wieder in die Mannschaft zurückgekehrt, sprach seine offenherzigen Gedanken beim BR aus. „Als der Druck weg war, haben wir eine Serie gestartet“, so der 33-Jährige. „Doch dann waren wir in den Spielen, in denen wir oben dranbleiben konnten, einfach nicht da. Wir haben dem Druck nicht standhalten können.“
Die Diagnose des Routiniers ist unmissverständlich: „Es hat, ehrlich gesagt, in manchen Situationen in solchen Entscheidungsspielen die Mentalität gefehlt. Das müssen wir uns ankreiden.“ Volland fordert eine Veränderung im Kopf: „Das sind Sachen, aus denen wir lernen und im Kopf etwas ändern müssen.“

Planungsklarheit für die 3. liga – paula blickt nach vorne
Auch Geschäftsführer Manfred Paula räumte ein, dass die Erwartungen vor der Saison möglicherweise zu hoch gewesen seien. „Ich glaube, wir waren nicht so gut beraten, das Etikett ‚Aufstiegskader‘ auf diesen Kader zu kleben. Die Mannschaft musste sich erst finden“, erklärte Paula und betonte, dass es Bereiche gibt, in denen die Mannschaft sich noch weiterentwickeln muss.
Im Gegensatz zu Volland relativierte Paula die Kritik an der Mentalität: „Das war eine ständige Aufholjagd. Wir haben eigentlich von Woche zu Woche den Druck gehabt, gewinnen zu müssen, um noch einmal ranzukommen.“ Dennoch ist klar: Die 2. Liga ist in dieser Saison außer Reichweite. „Wir haben Planungsklarheit, dass wir für die 3. Liga wieder einen schlagkräftigen Kader zusammenstellen wollen.“
Doch bevor die Planungen für die neue Saison in vollem Gange sind, steht noch das Landespokalfinale an. Volland machte deutlich, dass die Qualifikation für den DFB-Pokal oberste Priorität hat. „Wir bleiben natürlich auf dem Gas. Das sind wir dem Verein und uns selbst einfach schuldig“, forderte der Stürmer. „Alle müssen sich reinhauen!“
Volland, dessen Vertrag bis zum Ende der Saison läuft, bekräftigte sein Engagement für die Löwen. „Ich habe noch ein Jahr Vertrag. In meinem Alter muss ich jedes Spiel genießen. Mir macht das Spaß mit den Jungs, aber wir müssen schauen, dass wir wieder mal oben dran sind.“ Der Fokus liegt nun auf dem Pokalfinale, aber die Analyse der Fehlersuche muss schnellstmöglich erfolgen. Der TSV 1860 München steht vor einer entscheidenden Phase – eine Phase der Selbstreflexion und Neuausrichtung, um in der kommenden Saison wieder erfolgreicher zu sein.
