16-Jährige kelly doualla rast in torun ins wm-debüt – italiens sprint-ass im turbo-check

In zwei Wochen wird die Uhr in Torun stillstehen – zumindest für 7,21 Sekunden. Dann sprintet Kelly Doualla zum ersten Mal in blau über die 60-m-Bahn der Hallen-WM. Die 16-jährige Lodi-Athletin wurde gestern als jüngste Italienerin überhaupt nachgereicht, nachdem sie mit 7,21 s nur eine Hundertstel über der Direkt-Quali lag. Trainer Walter Monti lachte nur trocken: „Ein Schulterblick ins Finale reicht.“

Mit an der Startlinie steht Zaynab Dosso, amtierende Hallen-Vizeeuropameisterin und Titelfavoritin. Für Doualla ist das kein Druck, sondern ein Luxus. „Ich laufe neben der Besten, um selbst besser zu werden“, sagte sie gestern nach dem Training in Milano. Der Plan: Vorrunde in 7,18 s, Halbfinale unter 7,15 s – dann wäre sie als erste Jahrgang 2008 überhaupt im Sprint-Finale einer Senioren-WM.

Monti erklärt, warum tokio damals nein und torun jetzt ja hieß

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Letzten Sommer lehnten sie Olympia ab, weil „zuviel Reise, zu spät im Jahr, zu viel Schulstoff“, so Monti. Torun dagegen liegt zwei Flugstunden entfernt, das Turnier endet vor den Osterferien, und die Halle schont ihre noch jugendlichen Gelenke. „Ein Katzenloch, kein Tor“, nannte er es. Denn nach Torun geht’s Schlag auf Schlag: U-20-WM im August in Eugene, danach Jugend-Olympiade in Dakar. Wer da schon Großes gesehen hat, zittert später nicht mehr.

Die Zahlen sprechen für sich: 11,21 s über 100 m, 7,19 s in der Halle – beide Leistungen stehen für Italiens U-18-Rekord. Ihre 4x100-m-Staffel holte Gold bei der U-20-EM. Die Konkurrenz in Polen wird erwachsen, aber Doualla gewöhnt sich schnell an harte Realität. Im Dezember schraubte sie im Training schon 7,16 s – auf veralteter Bahn, ohne Video-Wind, dafür mit Tranen in den Augen des Coaches. „Das Mädchen hat kein Limit, nur Startnummern“, sagte Monti.

Für den TSV Pelkum Sportwelt ist das mehr als eine Nebenmeldung. Wir begleiten Kelly vor Ort, lieferen exklusive SplitTimes und frische Interviews direkt aus der Arena hinter der Weichsel. Bleibt dran – wenn die Startpistole kracht, zittert ganz Italien mit dem jungen Blitz aus Lodi.