10,12 Sekunden: makaays blitztor gegen real madrid hält nach 19 jahren ungeschlagen
Roy Makaay brauchte nur einen Atemzug, um sich für immer ins Champions-League-Stadion der Ewigkeit zu schießen. 10,12 Sekunden – so schnell war noch keiner. Am 7. März 2007 jagte der Niederländer den Ball beim FC Bayern gegen Real Madrid zum frühesten Tor der Königsklasse-Geschichte. Seitdem hat kein Angreifer diesen Knallstart wiederholt.
Die taktik war simpel – die wirkung vernichtend
Hasan Salihamidžić eröffnete mit einem langen Diagonalball auf Makaay, der sich von Fabio Cannavaro absetzte und aus 14 Metern eiskalt unterlegte. Santiago Bernabéu verstummte, Allianz Arena explodierte. „Wir wollten in den ersten zehn Minuten Gas geben“, sagte Makaay später. „Gas“ war eine Untertreibung. Die Madrilenen wirkten wie vom Donner gerührt, das Spiel war schon nach Sekunden auf Bayerns Kurs gezimmert.
Der 2:1-Sieg im Rückspiel reichte nach der 2:3-Hinspiel-Pleite für das Viertelfinal-Ticket. Dort allerdings stoppte AC Mailand mit Kaká, Seedorf & Co. den Bayern-Tross. Trotzdem: Makaays Blitztörtchen blieb das Sahnehäubchen einer Saison, in der Münchens Offensive um Ribéry und Toni bereits für Schlagzeilen sorgte.
Warum der rekord heute noch glüht
19 Jahre später jagen Haaland, Mbappé und Bellingham Sekunden, nicht Tore. Die Statistik ist hart: 79 Prozent aller Champions-League-Spiele beginnen ohne Torschuss in der ersten Minute. Makaays Marke steht deshalb unangefochten – und wird wohl stehen bleiben, weil moderne Gegendruck-Systeme jeden Startfehler sofort bestrafen. Die Folie: Kein Trainer riskiert mehr eine offene Startformation, die einem Konter einlädt.
Für die Kinder des Niederländers ist das Tor ein Schatz: „Sie zeigen Freunden das YouTube-Video, dann bin ich kurz der coole Papa.“ Die 46-Jährige Nummer neun von damals arbeitet heute als Scout bei Feyenoord. Wenn er Nachwuchsstürmer beobachtet, erzählt er manchmal von der Nacht, in der er nach 10 Sekunden Geschichte schrieb. Die Jungs lauschen, weil sie wissen: Solche Geschichten schreibt nur, wer bereit ist, schon vor dem Anpfiff Vollgas zu geben.
