Zverev fegt berrettini weg: 72 minuten, 6:3, 6:4 – und ein neuer wüsten-plan

72 Minuten. So schnell war Alexander Zverev in Indian Wells wieder in Weltklasse-Form zurück. Gegen Matteo Berrettini, den italienischen Aufschlag-Hammer, fegte der Olympiasieger mit 6:3, 6:4 die Wüste frei – und übertraf damit schon jetzt sein Ergebnis von 2024.

Die wüste jubelt – und zverev lacht

Die Wüste von Kalifornien frisst normalerweise deutsche Hoffnungen. Nicht diesmal. Zverev nahm Berrettinis Serve-and-Volley-Mut gleich im ersten Return-Game, zerlegte dessen Tempo mit platzierte Linien und ließ den 1,96-Meter-Riesen alt aussehen. „Ich hatte das Spiel früh unter Kontrolle und habe sie nie abgegeben“, sagte er später mit dem Grinsen eines Mannes, der weiß, dass er gerade eine Rechnung beglichen hat.

Denn Berrettini hatte ihn zuletzt zweimal geschlagen – auf Rasen in Stuttgart und auf Hartplatz in Peking. Diesmal war der Italiener chancenlos. Die Statistik spricht Bände: 15 Winner, nur 8 unerzwungene Fehler, 83 % Punkte nach dem ersten Aufschlag. Die Zahl, die wirklich zählt: 1. Matchball genutzt nach 1 Stunde 12 Minuten.

Die 9,4 Millionen Dollar Preisgeld locken, doch für Zverev geht es um mehr. Indian Wells ist das letzte große Turnier vor Roland Garros, das er noch nie gewann. Sein bestes Ergebnis: Viertelfinale. „Das ist ein Ort, wo ich bislang nicht mein bestes Tennis gespielt habe, aber ich werde alles dafür tun, dass es dieses Jahr besser wird“, sagte er – und klang dabei nicht wie ein Werbeslogan, sondern wie eine Drohung.

Nächster gegner: nakashima oder ein südamerikanisches rätsel

Nächster gegner: nakashima oder ein südamerikanisches rätsel

Am Freitag steht entweder Brandon Nakashima oder Camilo Ugo Carabelli auf dem anderen Netzpfosten. Beide kennen die Wüste besser als der Deutsche, beide haben hier schon Spieler nach Hause geschickt. Zverev aber reist mit Rückenwind: In Acapulco holte er überraschend den Doppel-Titel mit Marcelo Melo, feierte mit Sombrero – und vergaß das frühe Einzel-Aus.

Die Frage ist nicht, ob er das Viertelfinale endlich knackt. Die Frage ist, wie viel Sand er noch in den Schuhen lässt, bevor er in Paris den Angriff startet. Die Wüste hat ihm heute geantwortet: 72 Minuten reichen. Für mehr ist auch noch Zeit.