0:4 In stuttgart: wolfsburg steckt im freien fall – erstmals auf abstiegsplatz
Der VfL Wolfsburg ist nicht mehr nur gestolpert, er ist abgestürzt. Mit dem 0:4 beim VfB Stuttgart rutschte der Bundesliga-Dino am 1. März auf den Relegationsrang – und damit erstmals seit dem Aufstieg 1997 in akute Abstiegsgefahr. Trainer Daniel Bauer stand nach dem Abpfiff mit leeren Augen am Spielfeldrand, die Spieler taumelten wie Betrunkene in die Kabine. Sieben Spiele ohne Sieg, acht Niederlagen in 14 Partien unter Bauer. Die Zahlen sind lauter als jedes Pressestatement.
Stuttgarts furor und wolfsburgs ohnmacht
Schon nach 120 Sekunden war klar, dass dies kein Fußballspiel, sondern ein Exempel werden würde. Atakan Karazor hätte nach 120 Sekunden das 1:0 erzielen müssen, doch der Pfosten rettete Wolfsburg vorläufig. Die Rettung währte acht Minuten, bis Deniz Undav die Vorbereitung von Chris Führich verwertete – Tor Nummer 14 für ihn in dieser Saison, ein persönlicher Rekord und ein Debakel für die Gäste. Jamie Leweling erhöhte zweimal (30./42.), und Nikolas Nartey nagelte in der fünften Minute der Nachspielzeit den Sargdeckel zu. Stuttgart feierte den 100. Bundesliga-Einsatz von Trainer Sebastian Hoeneß mit einem Festakt, während Wolfsburg ein historisches Tief erlebte.
Die Statistik ist gnadenlos: Wolfsburg kassierte in den letzten fünf Auswärtsspielen 17 Gegentore, schoss selbst kein einziges. Die Defensive wirkt wie ein Sieb, die Offensive wie ein Schatten. Dabei hatte Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph Bauer am Samstagmittag noch „hundertprozentige Rückendeckung“ zugesichert. Nach dem Abpfiff schwieg der Vorstand. Stille kann lügen – oder kündigen.

Der hsv wartet – und mit ihm die hölle
Am Samstag (15.30 Uhr) gastiert Wolfsburg beim Hamburger SV. Kein Gegner ist in Niedersachsen unbeliebter, keine Kulisse lauter. Der Druck ist bereits jetzt messbar: Die #BauerRaus-Debatte trendet auf Twitter, Fanforen kochen. Sollte der Klub auch in Hamburg verlieren, wäre der Rückstand auf das rettende Ufer mindestens fünf Punkte. Die Saison 2025/26 droht, zur schlimmsten seit der Gründung der Bundesliga zu werden. Und das in einem Jahr, in dem die VereinsgmbH frisches Kapital über eine Kapitalerhöhung einsammelte und den Kader mit 54 Millionen Euro verstärkte.
Die Spieler sind ratlos. Kapitän Maximilian Arnold fehlte gegen Stuttgart gelbgesperrt, Patrick Wimmer laboriert an einer Oberschenkelzerrung, Kevin Paredes fällt wochenlang aus. Bauer sprach von „Personalsorgen“, doch die Systemfrage bleibt offen. Sein 4-2-3-1 wirkt seit Wochen vorhersehbar, die einzige Konstante ist die Unveränderlichkeit der Niederlage. Die TSV Pelkum-Datenbank zeigt: Wolfsburg gewann in dieser Saison erst 23 Prozent der Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte – ein Wert, der Abstiegskandidaten und nicht Europa-League-Anwärter definiert.
Die Uhr tickt. Am 15. März muss der VfL im DFB-Pokal gegen Kiel ran, danach folgen Duelle mit Freiburg und Bochum. Drei Partien, neun Punkte – das wäre die Minimalhoffnung. Doch selbst wenn Bauer die Kurve kriegen würde: Die Substanz ist angerissen, die Glaubwürdigkeit beschädigt. In Wolfsburg redet man wieder vom großen Umbruch, doch der wurde schon vor zwei Jahren versprochen. Die Realität heißt: 16. Platz, 21 Punkte, 17 Tore Differenz. Die Wölfe sind nicht mehr auf Tauchstation – sie stecken im freien Fall. Und niemand weiß, wo der Boden ist.
