Zweirad-boom in italien: roller dominieren, quadricyclen kämpfen
Rom – Der italienische Motorradmarkt zeigt eine überraschende Dynamik. Vierter Monat in Folge steigen die Zulassungszahlen, und das trotz eines weiterhin schwierigen internationalen Umfelds. Ein klarer Trend: Roller sind der absolute Renner, während Quadricyclen einen herben Einbruch verkennen.
Roller-euphorie treibt den markt an
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im April 2026 wurden insgesamt 44.359 neue Motorräder und Roller zugelassen – ein Anstieg von beeindruckenden 14,82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hervorzuheben ist das explosive Wachstum im Rollersegment mit einem satten Plus von 23,25 Prozent. Das bedeutet 25.971 neue Roller auf den Straßen Italiens. Die Nachfrage nach Motorrädern wächst zwar ebenfalls (+3,65 Prozent), kann aber dem Roller-Boom kaum Paroli bieten. Auch die Mopeds profitieren mit einem Anstieg von 20,42 Prozent von der positiven Marktlage.

Quadricyclen im freien fall
Ein düsteres Kapitel hingegen schreiben die Quadricyclen. Mit einem Minus von 33,81 Prozent sind sie der klare Verlierer des Monats. Ein besonderes Problem: Die Nachfrage nach Elektro-Quadricyclen ist um unglaubliche 51,73 Prozent eingebrochen, während die Modelle mit Verbrennungsmotor einen überraschenden Boom erleben (+177,92 Prozent). Das wirft Fragen nach der Effektivität der aktuellen Förderpolitik auf.
Bilanz des ersten quartals: scooter machen den unterschied
Betrachtet man die ersten vier Monate des Jahres, so zeigt sich ein ähnliches Bild. Insgesamt wurden 129.160 neue Fahrzeuge zugelassen, was einem Wachstum von 14,80 Prozent entspricht. Allerdings hat sich der Abstand zwischen Roller und Motorrad weiter vergrößert. Roller machen mittlerweile 58 Prozent des Gesamtmarktes aus, während Motorräder auf 52 Prozent kommen. Die „cinquantini“ (kleinere Roller) verzeichnen sogar einen Zuwachs von 26,33 Prozent.

Elektromobilität: licht und schatten
Auch der Bereich der Elektromobilität zeigt eine gemischte Performance. Während Elektro-Motorräder mit einem beeindruckenden Plus von 150 Prozent begeistern, verzeichnen Scooter und Mopeds leichte Rückgänge. Insgesamt verliert das Elektrosegment jedoch 6,56 Prozentpunkte, was die Notwendigkeit stabilerer Förderprogramme unterstreicht.

Bestseller-liste: honda africa twin dominiert
An der Spitze der Bestsellerliste steht weiterhin die Honda Africa Twin, gefolgt von der BMW R 1300 GS. Auf dem dritten Platz findet sich die Yamaha Tenere 700 wieder. Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg von CFMOTO, das sich um eine Position verbessert hat. Im Rollersegment führt die Honda SH 125 mit großem Abstand vor den anderen Modellen.
Die italienische Motorradindustrie befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Während Roller und Elektromobilität auf dem Vormarsch sind, kämpfen Quadricyclen mit erheblichen Herausforderungen. Ob sich dieser Trend fortsetzt und wie die Politik auf die veränderten Marktbedingungen reagieren wird, bleibt abzuwarten. Fest steht aber: Der italienische Zweiradmarkt hat noch lange nicht alle seine Asse in der Hand.
