Paolini droht boykott: „slam-turniere müssen sich ändern!
Rom – Der Aufschrei aus der Tenniswelt wird lauter: Jasmine Paolini, die gefeierte Königin der diesjährigen Rome Masters, hat in einem Interview die Möglichkeit eines Boykotts der Grand-Slam-Turniere in den Raum gestellt. Anlass ist die anhaltende Kritik an der ungleichen Verteilung der Preisgelder und dem fehlenden sozialen Schutz für Spielerinnen und Spieler.
Ein jahr nach dem triumph: paolini spürt den druck
Gerade erst hatte Jasmine Paolini, die vergangenes Jahr hier in Rom Geschichte schrieb – sowohl im Einzel als auch im Doppel mit Sara Errani – die Rückkehr auf den Centre Court des Foro Italico genossen. Der Jubel der Fans, die Erinnerungen an ihren historischen Sieg, all das habe ihr bewusst gemacht, was sie erreicht habe, so die Nummer Acht der Welt. Doch die Freude wird von einem wachsenden Druck überschattet: Die Verteidigung der gewonnenen Punkte und die Erwartungen, die mit dem Titel verbunden sind, stellen eine neue Herausforderung dar. „Ich versuche, den Druck zu minimieren und mich auf jeden Tag, jedes Match zu konzentrieren“, erklärt Paolini, „aber es ist natürlich eine Belastung.“

Die forderungen: mehr als nur höhere preisgelder
Doch Paolini hat größere Sorgen als den Druck. Der Fokus liegt auf einem fundamentalen Problem im Tennis: der ungleichen Verteilung der Preisgelder bei den Grand-Slam-Turnieren. Es geht dabei nicht nur um mehr Geld, sondern um eine gerechtere Behandlung der Spielerinnen und Spieler, insbesondere im Hinblick auf Altersvorsorge, Mutterschutz und soziale Absicherung. „Die Slam-Turniere wachsen und wachsen, und es ist nur fair, dass die Gewinne besser verteilt werden“, betont Paolini. „Ein Plus von 30 Prozent für die Turniere darf nicht zu einer Erhöhung des Preisgeldes von nur zwei Prozent für die Spielerinnen und Spieler führen.“
Die Forderungen sind klar: Die Grand-Slam-Turniere müssen Verantwortung übernehmen und sich an den Standards der ATP und WTA orientieren. Andernfalls droht ein drastischer Schritt – der Boykott.

Boykott? „nicht ausgeschlossen“
Aryna Sabalenka, die Nummer 1 der Welt, hat bereits von einem möglichen Boykott gesprochen. Paolini sieht darin keinen reinen Bluff: „Ich denke, der Boykott ist keine unrealistische Option. Wir sind stärker denn je vereint und ziehen an einem Strang.“ Die Unterstützung von Jannik Sinner, der ebenfalls die Forderungen unterstützt, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage.

Die errani-connection: mehr als nur eine spielerin
Ein weiterer wichtiger Faktor im Umfeld von Paolini ist Sara Errani, die nicht nur ihre Doppelpartnerin, sondern auch ihre Trainerin ist. Die beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten ergänzen sich perfekt. „Sara ist unglaublich leidenschaftlich und engagiert. Sie hat ein unglaubliches Auge für Details und gibt mir wertvolle taktische Hinweise“, schwärmt Paolini. „Manchmal macht sie mich auch verrückt, wie neulich, als ich meine Schuhe vergessen hatte – aber alles im Grünen Bereich!“
Die Zukunft des Frauen-Tennis könnte von diesen Forderungen abhängen. Jasmine Paolini hat mit ihrer klaren Position und ihrer Bereitschaft zum Boykott einen wichtigen Schritt getan. Ob die Grand-Slam-Turniere auf die Forderungen reagieren werden, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Spielerinnen und Spieler werden nicht länger tatenlos zusehen, wenn ihre Rechte nicht gewahrt werden.
