Zverevs geständnis: "die stressigste woche meines lebens"
Alexander Zverev hat sich in einem Interview mit Sky Sports Deutschland äußerst offen über die Turbulenzen während seines überraschenden Triumphes bei den French Open geäußert. Der Druck, der auf ihm lastete, nachdem die Top-Favoriten ausgeschieden waren, soll ihn an den Rand des Nervenzusammenbruchs getrieben haben.
Schlafentzug und djokovic-schock
Zverev schilderte, wie er nach dem Aus von Jannik Sinner kaum einen Schlaf in der Nacht finden konnte. "Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, als Sinner verloren hat," gestand er. Der Schock darüber, plötzlich als Top-Favorit im Turnier zu stehen, wurde noch verstärkt durch den folgenden Tag, an dem Novak Djokovic überraschend verlor. "Und dann verliert Djokovic. Das war eine verrückte Nacht," so Zverev. Hinzu kam eine schwache Leistung gegen Quentin Halys, die er als „das schlechteste Match, das ich je in Paris gespielt habe“ bezeichnete.

Der druck des erwartungsdrucks
Die Tage vergingen, und Zverev wurde immer mehr zum Titelfavoriten. "Es war die stressigste Woche, die ich in meinem Leben hatte, ehrlich gesagt," offenbarte er. Der plötzliche Druck, ein Grand-Slam-Turnier gewinnen zu müssen, nachdem er sich durch das Aus der Konkurrenz zum ersten Mal in seiner Karriere in dieser Rolle befand, wiegte schwer. Er räumte ein, dass er bis zum Finale erstaunlich gut damit umgehen konnte, aber dort übermannte ihn die Nervosität.

Kritik an ausreden: "ich habe glück gehabt"
Zverev konterte umgehend den Kritikern, die seinen Sieg aufgrund der Absenzen von Sinner und Alcaraz relativieren wollen. "Es gab viele Kommentare, dass Sinner verloren hat, Alcaraz nicht gespielt hat. Aber wie viel Pech hatte ich in den letzten Jahren bei Grand Slams?" fragte er rhetorisch. Er betonte, dass er es akzeptiere und schätze, wenn er einmal im Leben etwas Glück habe. Es ist eine Erleichterung, endlich ein Grand-Slam-Turnier gewonnen zu haben.
Mentale stärke und zukunftspläne
Der Gewinn in Paris soll Zverev mental gestärkt haben. "Ich glaube, es wird mental so sein, dass ich, selbst wenn ich ein Grand-Slam-Finale gegen Sinner oder Alcaraz verliere, wissen werde, dass ich eines gewonnen habe. Das kann mir niemand mehr nehmen," erklärte er. Er blickt optimistisch in die Zukunft und strebt weitere zehn Jahre im Tennis an, voller Ambitionen, weiterhin große Turniere zu gewinnen. Ein olympischer Goldmedaille steht dabei ganz oben auf seiner Wunschliste: "Die Olympischen Spiele sind der schwierigste Titel, den man gewinnen kann. Es ist etwas ganz Besonderes, weil man nicht nur für sich selbst, sondern für das ganze Land spielt."
Der vater-skandal und die doppelmoral
Zverev nahm auch Bezug auf die Kritik an seinem Vater als Trainer. Er betonte die gesundheitlichen Probleme, die er im Laufe des Jahres hatte, darunter Rückenprobleme und Stoffwechselstörungen. "Plötzlich war der Trainer schuld. Der Trainer hat nichts damit zu tun. Ich kann den besten Trainer der Welt haben, aber wenn ich nicht gesund bin, bin ich nicht gesund," stellte er klar. Er verteidigte sein Vater und sein Team und betonte, dass sie zu den besten der Welt gehören. Die Doppelmoral im Sport ist ihm aufgefallen: "Wenn man gewinnt, sind wir alle Helden. Wenn man verliert, braucht man einen neuen Trainer, einen neuen Fitnesstrainer, einen neuen Manager, und vielleicht sogar eine neue Freundin und einen neuen Hund."
