Zverevs einstellung: becker schlägt alarm vor french open!
Alexander Zverevs Chancen bei den French Open hängen am seidenen Faden – und das liegt nicht an seinem Spiel, sondern an seiner Einstellung, so zumindest Tennis-Legende Boris Becker. Nach der erdrückenden Niederlage gegen Jannik Sinner in Madrid kritisiert Becker offen, was er als mangelnde Kampfesfreude und Aggressivität beim Deutschen erkennt. Ein Weckruf für Zverev, wenn er in Paris erfolgreich sein will.
Becker: „irgendwas passiert bei sascha“ im entscheidenden moment
Die Demütigung im Finale von Madrid war deutlich: Zverev wurde von Sinner mit 1:6, 2:6 vom Platz gefegt – die neunte Niederlage in Folge im direkten Duell. Becker, der das Match verfolgte, zeigte sich ungläubig: „Das Match war nach fünf Spielen vorbei. Du hattest nicht den Eindruck, dass Sascha in irgendeiner Zelle seines Körpers die Hoffnung hat, da geht noch was.“ Er vermutet, dass bei Zverev etwas nicht stimmt, wenn es um die großen Entscheidungen geht. „Irgendwas passiert bei Sascha, dass er nicht an seine Qualität, an seine Leistungsgrenze in einem Halbfinale oder in einem Finale rankommt.“
Es ist kein neues Problem. Zverev scheiterte bereits in Indian Wells, Miami und Monte Carlo an Sinner, jeweils im Halbfinale. Selbst auf Sand, wo er eigentlich als favorit gilt, konnte er seine Erwartungen nicht erfüllen. Becker fragt sich, wo die Ursache liegt, und stellt fest: „Ich dachte, auf Sand ist Sascha Zverev ebenbürtig, aber momentan sieht es nicht so aus.“

French open: neue chancen durch alcaraz' verletzung
Doch es gibt auch Hoffnung. Der verletzungsbedingte Ausfall von Carlos Alcaraz bei den French Open verändert die Aussichten grundlegend. „Die Karten für Roland Garros sind komplett neu gemischt“, erklärt Becker. „Plötzlich haben mehr Spieler eine realistische Chance, zumindest ins Finale zu kommen oder auch zu gewinnen. Und dazu gehört für mich auch Zverev.“ Die Abwesenheit eines der Top-Favoriten könnte genau das sein, was Zverev benötigt, um wieder in Schwung zu kommen und sein Potenzial auszuschöpfen.
Zverev, der aktuell die Nummer drei der Welt ist, hat die Möglichkeit, seine Form in dieser Woche beim Masters-Turnier in Rom zu finden. Ein mögliches Duell mit dem jungen deutschen Talent Daniel Altmaier in der zweiten Runde könnte zusätzliche Motivation liefern. Die French Open beginnen Ende Mai – und für Zverev ist es jetzt an der Zeit, seine Einstellung zu finden, um seine Chancen auf den Titel zu wahren.
