Zverev überlebt furor-fonseca und steht vor sinner-duell in monte carlo

Ein Aufschlag kracht ins Tuch, das Publikum brüllt, Alexander Zverev stemmt die Arme in den Himmel – 2:46 Stunden hat er gebraucht, um den 18-jährigen Joao Fonseca in einen 7:5, 6:7 (3:7), 6:3-Sieg zu zwängen und sich zum dritten Mal ins Halbfinale des Monte-Carlo Masters zu katapultieren.

Der brasilianer spielte, als gäbe es kein morgen

Fonseca, seit drei Monaten auf der Tour, feuerte 39 Winners – davon 21 mit der Vorhand, die ihm selbst Zverev nach dem Match als „Waffe mit Eigenleben“ bezeichnete. Der Deutsche musste zwei Matchbälle in Satz zwei abwehren, dann selbst einen Satzball verschenken. „Er schlägt Bälle, die einfach nicht mehr zurückkommen dürfen – und plötzlich liegen sie auf der Linie“, sagte Zverev im Steh-Interview mit verschwitzter Stirn.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Hamburger gewann nur 52 % seiner zweiten Aufschläge, verwandelte aber 4 von 5 Breakchancen im dritten Satz. Fonseca wiederum schlug 11 Asse, leistete sich aber 41 unerzwungene Fehler – davon 19 zwischen den Beinen des Netzes, weil er jeden Ball mit Maximum-Risko nahm.

Nun droht das duell mit sinner – oder ein kanadier mit revankelust

Nun droht das duell mit sinner – oder ein kanadier mit revankelust

Am Freitagmittag steht Zverev vor einer neuen Herausforderung: Entweder Jannik Sinner, der gegen ihn 5:4 in Direktbegegnungen führt, oder Félix Auger-Aliassime, der ihn 2022 in Madrid in zwei Sätzen abschoss. „Ich bin bereit für beide“, sagt Zverev, „aber gegen Jannik wird es ein Schachspiel, gegen Félix eher ein Sprint.“

Die Uhr tickt. Das rote Pulver klebt an den Schuhen. Wer auch immer kommt – Zverev hat heute bewiesen, dass er auch dann noch gewinnt, wenn der Gegner die Physik verächtlich macht. Die Frage ist nur: Wie viele solcher Rittberge hat er noch im Tank, bevor der Sonntag die Krone ausspielt?