Zverev rast in indian wells erstmals ins halbfinale – sinner-kracher droht
Endlich. Nach acht Anläufen hat Alexander Zverev die Wüste bezwungen. Der 27-Jährige schlug Arthur Fils 6:2, 6:3 und steht erstmals im Halbfinale von Indian Wells – dem Masters, das seinem Spiel immer entglitt.
Der matchplan ging auf wie selten
Zverev spielte nicht nur schneller, er spielte klüger. Fils’ vermeintliche Waffe – die Vorhand longline – kehrte als Blockwinner zurück. Die Statistik: 14 Winner, 11 unerzwungene Fehler, ein Verhältnis, das ihn an die US-Open-Triumphe 2021 erinnert. Vor allem aber ließ er dem 20-jährigen Franzosen keine Luft, brach ihn dreimal in Folge, ehe Fils im zweiten Satz überhaupt atmen konnte.
Was niemand am Court bemerkte: Zverev tape sich vor dem Match den rechten Mittelfuß neu ein. Ein kleiner Zahn, der seit dem Auftaktsieg gegen Nakashima nagt. Er spricht es nicht an, aber man sieht es – wie er nach dem letzten Punkt den Schläger in die Box schleudert, wo Papa Alexander ihn auffängt wie einen heißen Kaffee.

Sinner oder tien – ein scherenschnitt erwartet
Nun wartet Jannik Sinner oder der Kalifornier Learner Tien. Sollte der Italiener durchkommen, stünde ein Duell von unfassbarer Klarheit: Zverev führt 5:4, aber die letzten beiden Duelle gewann Sinner in je zwei Sätzen – auf Hartplatz, in Indoor-Halle, in Melbourne. Die Frage ist nicht, wer stärker serviert, sondern wer früher liest. Die Tiebreak-Phase, so sagt Zverev, „ist Schach auf 210 km/h“.
Die Wüstennacht von Indian Wells ist berühmt für ihre Kühle, die die Bälge träge macht. Genau das könnte dem Deutschen nutzen: seine Aufschläge springen höher, seine Laufwege kürzer. Und dann ist da noch die Punktejagd für die ATP-Race-Weltrangliste. Mit einem Turniersieg würde Zverev vor Sinner springen – ein Seitenhieb, der bis Turin reichen kann.
Die Stunde der Wahrheit rückt näher. Für Sascha Zverev ist Indian Wells nicht mehr nur ein Traumziel, sondern die Bühne, auf der er endlich beweist, dass Hartplatz-Major und Wüste nicht nur Djokovic und Alcaraz gehören. Nächster Stop: Samstagabend, 20.30 Uhr Ortszeit – und vielleicht die erste deutsche Final-Show in der Wüste seit 1999.
