Zverev packt die rasenrakete: rückkehr nach stuttgart fixiert
Alexander Zverev lässt die Grashalle nicht links liegen. Der Weltranglistendritte bestätigt seine Startbereitschaft für die BOSS Open in Stuttgart (6.–14. Juni) und jagt damit seinen ersten Rasentitel – ein halbes Jahr, nachdem er sich in derselben Arena Taylor Fritz geschlagen geben musste.
Die botschaft kam per instagram-video
„Ich freue mich riesig, wieder in Stuttgart dabei zu sein“, sagt Zverev in die Kamera. Die Worte klingen wie ein Versprechen an sich selbst: Endlich den Sprung aufs grüne Blatt vollziehen, bevor Wimbledon den Zeitraffer startet. Der Deutsche kennt die Rechnung: Ohne Matchpraxis auf Rasen droht eine frühe Exit-Szene in London – und genau diese Erfahrung nahm er 2025 mit, als ihn der erste Runden-Fauxpas in Wimbledon nach dem Stuttgarter Finale schmerzte.
Der Turnierveranstalter atmet auf. Mit Zverev und dem Titelverteidiger Fritz stehen zwei Top-10-Spieler fest, dazu gesellen sich Jan-Lennard Struff und der 20-jährige Justin Engel. Die deutsche Fraktion wirkt erstmals seit Jahren komplett, ohne dass sich einer verstecken muss.

Rasen bleibt sein unbeliebter freund
Die Statistik nagt an Zverev. Nur zwei Saisonmatches auf Gras gewann er 2024, beide in Stuttgart. Danach folgte Wimbledon-Pech, das ihn auf dem Court so wütend machte, dass er den Schläger lieber dem Boden überließ als dem Ball. Dennoch: Die Niederlage gegen Fritz war kein Bärendienst – sie zeigte ihm, dass der Rasen kein Fremdplanet ist, sondern nur ein anderes Kraftfeld.
Jetzt zählt jeder Trainingstag. München liegt hinter ihm, die Geburtstagsparty hat er abgesagt, die Körnerschichten will er lieber in Sprints verwandeln. Boris Becker beobachtet den Schützling mit gemischten Gefühlen: „Er ist konstant, aber auf Gras passiert irgendwas.“ Dieses „irgendwas“ will Zverev in diesem Juni definieren, nicht erleiden.
Die Fans in Stuttgart besetzen bereits die virtuellen Warteschlangen. Tickets für das Zverev-Match am Montagabend sind so gut wie vergriffen – ein Indiz dafür, dass die Rasensaison in Deutschland mehr ist als nur ein Aufgalopp vor Wimbledon. Für Zverev könnte sie der Startschuss zu einer Woche sein, die endlich den Mythos knackt: Gras gehört nicht nur den Federer-Nachfolgern, sondern auch einem Deutschen, der seine Power endlich auf Grün kanalisiert.
