Zverev packt aus: "stressigste woche meines lebens"

Paris – Alexander Zverev hat nach seinem Triumph bei den French Open ein überraschendes Geständnis gemacht: Der Gewinn des Titels war für ihn eine mentale Zitterpartie. Der 29-Jährige sprach offen über den enormen Druck, dem er in Paris ausgesetzt war und wie er ihn zu überwinden versuchte.

Die fassade bröckelt: zverevs ehrliches bekenntnis

„Ich habe das gefaked bis zum Gehtnichtmehr. Jetzt kann ich auch ehrlich sein. Ich habe mich selbst angelogen, für meinen eigenen guten Zweck“, offenbarte Zverev im Interview mit Sky Sport. Der Druck, den er während des Turniers verspürte, war immens. Nach dem überraschenden Aus von Sinner und Djokovics Niederlage, fand sich Zverev plötzlich als haushoher Favorit wieder – eine Situation, die er bei einem Grand Slam noch nie erlebt hatte. „Ich wusste, dass ich, wenn ich gutes Tennis zeige, dieses Turnier wirklich gewinnen kann und muss.“

Bis zum Finale gelang es ihm, die Nervosität zu verbergen. „Ich habe das unglaublich gemanagt bis zum Finale.“ Doch dort, im entscheidenden Spiel gegen den Italiener Flavio Cobolli, kam die Anspannung hoch. „Ich war sehr nervös und angespannt“, gab Zverev zu. Dennoch konnte er in den entscheidenden Momenten sein Bestes Tennis abrufen und das Match in fünf Sätzen für sich entscheiden (6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1).

Hat der sieg die mentale blockade gebrochen?

Hat der sieg die mentale blockade gebrochen?

Die Frage, ob mit dem Triumph in Paris nun eine langfristige Verbesserung seiner mentalen Stärke verbunden ist, lässt Zverev offen. „Ich muss zu einem anderen Turnier kommen, um zu sagen, wie das Gefühl ist“, meinte er. Dennoch zeigte er sich optimistisch: „Ich glaube aber schon, dass es im Kopf so sein wird, weil auch wenn ich jetzt ein Grand-Slam-Finale gegen Sinner oder Alcaraz spiele und es läuft nicht für mich, dann weiß ich, dass ich schon eins gewonnen habe. Das kann mir niemand mehr wegnehmen.“

Die Umstände seines Sieges waren alles andere als einfach. Das frühe Aus von Sinner und Djokovics Niederlage katapultierten ihn schnell in die Rolle des Favoriten, und auf dem Weg zum Titel begegnete er keinem Spieler aus den Top 10 der Weltrangliste. Ein glücklicher Umstand, der Zverevs Weg zum Titel keineswegs einfach macht, sondern die mentale Belastung umso größer erscheinen lässt.

Alexander Zverev hat bewiesen, dass er trotz des immensen Drucks und der selbst auferlegten mentalen Täuschung ein Grand-Slam-Turnier gewinnen kann. Doch der wahre Test seiner neu gewonnenen mentalen Stärke wird erst in den kommenden Wochen und Monaten folgen, wenn er sich erneut den Herausforderungen der Weltspitze stellen muss. Der Triumph in Paris ist ein erster, wichtiger Schritt – aber die Reise ist noch lange nicht zu Ende.