Zverev: kein wimbledon-favorit? mcenroe sieht sinner und co. stärker
Alexander Zverev hat mit dem French Open-Titel einen großen Schritt gemacht, doch in Wimbledon sieht ein prominenter Experte ihn nicht unter den Top-Favoriten. Patrick McEnroe, ehemaliger Profi und Experte, schätzt andere Spieler deutlich höher ein – und das könnte für den Deutschen eine neue Herausforderung bedeuten.

Die neue hierarchie im herren-tennis
Nach seinem Triumph in Paris mag man meinen, Zverev würde als ernsthafter Anwärter auf den Wimbledon-Titel ins Rennen gehen. Doch McEnroe widerspricht dieser Annahme deutlich. Im Gespräch mit SportsBoom.com machte er seine Position klar: „Zverev würde ich nicht als Favoriten bezeichnen.“ Stattdessen sieht er Jannik Sinner in der Pole Position. Der Italiener, Titelverteidiger, genießt aus McEnroes Sicht den größten Vorteil – obwohl er auf Rasen keine Vorbereitungsspiele absolvierte.
Doch Sinner ist nicht der einzige, der Zverev übertrumpft. McEnroe betont, dass auch Novak Djokovic, der in Roland Garros überraschend früh ausschied, eine ernstzunehmende Gefahr darstellt. Seine Leistung in Paris, so McEnroe, habe ihm neues Selbstvertrauen gegeben. „Djokovic hat in Paris trotz seines frühen Ausscheidens gut gespielt. Er hat einige starke Matches gezeigt, die ihm Selbstvertrauen geben sollten.“
Und es kommt noch dicker für Zverev: Auch zwei seiner amerikanischen Landsleute, Taylor Fritz und Ben Shelton, werden von McEnroe vor den Deutschen gesehen. Fritz hatte Zverev bereits in Halle bezwungen, während Shelton im Viertelfinale an ihm scheiterte. Die Serie gegen Fritz hält also an – ein psychologischer Faktor, den Zverev berücksichtigen muss.
Zverevs bisherige Wimbledon-Bilanz liest sich bestenfalls als enttäuschend. Seine besten Ergebnisse waren die Achtelfinals in den Jahren 2017, 2021 und 2024. Ob er dieses Jahr an sein Limit kommen wird, bleibt abzuwarten. Die kommenden Tage werden zeigen, ob McEnroe und andere Experten ihn tatsächlich unterschätzen oder ob Zverev seine Kritiker Lügen straft.
Die Antwort darauf, ob er sich in Wimbledon endlich aus den Schatten der Favoriten befreien kann, wird er ab dem 29. Juni selbst geben. Die Rasen-Saison beginnt, und mit ihr die Chance für Zverev, seine Position im Tenniszirkus neu zu definieren. Die Frage ist nicht, ob er zu den Top-Favoriten gehört, sondern ob er die mentale Stärke besitzt, sich gegen eine starke Konkurrenz durchzusetzen.
