Zverev kämpft sich in monte carlo durch – dramatischer auftakterfolg!
Monte Carlo bebte förmlich, als Alexander Zverev in einer Achterbahnfahrt der Gefühle seinen Auftakt beim Tennis-Masters haarscharf gegen Christian Garin (ATP 109) überstand. Nach über zwei Stunden und 50 Minuten Atem holen, entschied der deutsche Davis-Cup-Spieler das Match mit 4:6, 6:4, 7:5 für sich – ein Sieg, der mehr als nur eine Erleichterung bedeutete.
Ein fehlstart, der kopfzerbrechen bereitete
Die Partie begann alles andere als nach Wunsch für Zverev. Der frühere Wimbledon-Finalist wirkte von Beginn an gezeichnet von Nervosität und fehlender Leichtigkeit. Das aggressive Spiel, das ihn in den Wochen zuvor in Indian Wells und Miami ausgezeichnet hatte, fand keine Spur. Stattdessen präsentierte er sich passiv, mit zu vielen ungewollten Fehlern und einem Mangel an Topspin, der Garin die Oberhand verschaffte. Der Chilene, der sich überraschend durch das Qualifying gekämpft hatte, diktierte das Tempo und nutzte Zverevs Unsicherheiten geschickt aus.
Doch es war nicht alles düster. Im zweiten Satz zeigte der Hamburger erste zaghafte Anzeichen einer Reaktion, ein leichtes Aufbäumen gegen die drohende Blamage. Doch der Start in den entscheidenden dritten Satz ließ die Fans erneut den Atem anhalten. Garin, angetrieben von der ungewöhnlichen Ausgangslage, schlug prompt zu und führte mit einem Doppelschlag bereits mit 4:0. Der Moment schien gekommen, in dem die Sandplatzsaison für Zverev schon früh enden könnte – eine bittere Erinnerung an die Niederlage gegen Berrettini im Vorjahr.

Der wendepunkt – ein kampfgeist wird sichtbar
Aber Zverev ist eben kein Spieler, der einfach aufgibt. Er fand zu einem unerwarteten Kraftakt auf, ein Zeichen seines unbändigen Kampfgeistes. Satz für Satz kämpfte er sich zurück, wehrte Matchbälle ab und holte sich die nächsten Spiele. Spielerisch war er zwar noch lange nicht wieder der alte, ein leichter Volleyfehler beim ersten Matchball verdeutlichte dies, doch die Entschlossenheit in seinem Blick war unverkennbar. Er quälte sich durch, angetrieben von der Notwendigkeit, diesen wichtigen Sieg zu holen.
Die Vorgeschichte dieser Begegnung fügte dem Drama eine weitere Ebene hinzu. Garin hatte in seiner Karriere bereits zwei von drei Duellen gegen Zverev für sich entschieden – beide in München. Nun stand er wieder kurz vor dem Triumph, doch Zverev bewies, dass er in entscheidenden Momenten die nötige mentale Stärke besitzt. Ein Sieg, der zeigt: Auch in schwierigen Situationen steckt noch Kampfgeist in der deutschen Nummer eins.
Nach seinem knappen Sieg gegen Garin trifft Zverev in der nächsten Runde auf den Belgier Zizou Bergs, der Andrey Rublev deutlich geschlagen hat. Die Sandplatzsaison ist für Zverev in vollem Gange, und bereits nächste Woche wartet das Heimspiel in München, bevor die French Open Mitte Mai den Höhepunkt bilden. Die Frage ist: Kann er in Monte Carlo den Schwung mitnehmen und an die Leistungen in Indian Wells und Miami anknüpfen?
