Zverev kämpft sich durch: kaltstart und erkenntnisse in münchen

München – Alexander Zverev hat sich beim ATP-Turnier in München in einen holprigen Erstrundensieg gegen Miomir Kecmanovic gerissen. Der Titelverteidiger präsentierte sich bei acht Grad Celsius alles andere als optimal, doch der Sieg mit 6:3, 3:6, 7:6 (7:2) lieferte wichtige Erkenntnisse für seine weitere Mission.

Ein frostiger auftakt und ein neuer ansatz

Der Aumeisterweg war kein Ort der Entspannung für den 28-jährigen Hamburger. Die Kälte und die späten Anreise aus Monte Carlo machten ihm zu schaffen, doch Zverev zeigte Kampfgeist. Er verfolgt seit Saisonbeginn einen aggressiveren Spielstil, der gegen Kecmanovic jedoch nicht immer reibungslos funktionierte. Im ersten Satz dominierte er mit elf Winnern gegen lediglich vier des Serben, doch im weiteren Verlauf des Matches musste er erkennen, dass diese neue Marschroute nicht ohne weiteres umsetzbar ist.

Der zweite Satz gehörte Kecmanovic, der mit 13 Winnern dem Deutschen das Wasser schlug. Zverev wirkte defensiver, und plötzlich war der Favorit in Bedrängnis. Ein Erschrecken in der Kälte von München – selten hat Zverev einen Erstrundensieg so leidenschaftlich gefeiert, wie diesen. Die zwei Stunden und 19 Minuten auf dem Platz waren alles andere als ein zarter Einstieg in die Landeshauptstadt Bayerns.

„Ich hoffe, dass ich nicht noch schlechter spielen kann als im zweiten und dritten Satz“, kommentierte Zverev amüsiert nach dem Match. Ein Statement, das mehr aussagt, als man auf den ersten Blick vermutet.

Die herausforderung des wetterumfelds und die suche nach balance

Die herausforderung des wetterumfelds und die suche nach balance

Die niedrigen Temperaturen und die ungewohnten Bedingungen in München stellten eine zusätzliche Belastung dar. „Bei solchen Bedingungen ist es schwer, aggressives Tennis zu spielen. Das ist ein Fakt. Wir haben acht Grad, da fliegt der Ball nicht so unfassbar schnell“, erklärte Zverev, der als sogenannter „Hard Hitter“ auf Tempo setzt. Der Wechsel von Monte Carlo auf Meereshöhe ins kühle München sei zudem „kein einfacher Wechsel“ gewesen. Er müsse nun ein Gleichgewicht finden, um seinen neuen, aggressiven Stil auch unter schwierigen Bedingungen durchzusetzen.

Zverev räumte ein, dass er in den wichtigen Momenten sein Bestes habe zeigen müssen, um den Sieg zu sichern. Und tatsächlich, im Tiebreak präsentierte er eine beeindruckende Leistung und zwang Kecmanovic zur Aufgabe. Sein Gegner, Gabriel Diallo, erwartet ihn im Achtelfinale – eine weitere Bewährungsprobe für den Deutschen.

Die Partie gegen Kecmanovic mag kein perfekter Start gewesen sein, doch sie bot wertvolle Einblicke und zeigte, dass der Weg zu einer erfolgreichen Titelverteidigung noch lang und steinig ist. Zverev hat sich dem Preis für seinen neuen Spielstil bewusst gestellt: „Es ist ein Preis, den ich zu zahlen bereit bin.“ Ein Satz, der einen neuen Anspruch auf ihn selbst und seine Spielweise formuliert.