Zverev jagt den coup ohne sophia und mama – wer sitzt in der heiligen box?

Paris brennt. Alexander Zverev steht erstmals im Finale der French Open, doch die Lücke in seiner Box bleibt trotzdem sichtbar. Weder Sophia Thomalla noch seine Mutter Irina werden am Sonntag auf Court Philippe-Chatrier sein. Die einen feiern aus Köln, die andere geht mit den Hunden spazieren – während acht auserwählte Begleiter auf exakt denselben Plätzen hocken müssen, die sie seit Runde eins einnehmen. Aberglaube? Vielleicht. Erfolgsrezept? Definitiv.

Wer zählt zu den auserwählten

Vorne links thront Vater Alexander senior, 66, lebenslanger Coach, stets das letzte Wort. Daneben sein Bruder Mischa, Linkshänder und Taktik-Nerd, der Rechts-Augen-Zverev auf „Lefties“ trimmt. Rechts außen Michail Ledovskych, Sparringspartner mit Ranking-Erfahrung, Spiegel der Wucht des Weltranglistendritten.

In der zweiten Reihe: Timo Schall, Ex-Kerber-Physio, dreht Verspannungen in Grand-Slam-Sieger-Frequenzen. Jez Green, Murray-Erfinder der Fitness-Revolution, zurück im Team seit 2024. Natalia Fateeva, 83-jährige Oma aus Sotschi, frisch nach Europa geholt, weil Großvater nicht mehr da ist. Marcelo Melo, Doppel-Partner und Mario-Kart-Rivale, bereitet sich auf den Sieges-Malediven-Trip vor. Sergey Bubka junior schließt die Runde: Manager, Organisator, ehemaliger Pro, Sohn der Stabhochsprung-Legende.

Das ritual hinter dem match

Das ritual hinter dem match

Die Sitzordnung gilt als sakrosankt. Ein einziger Platzwechsel wäre ein Eingriff ins Universum. Notfall? Nur einmal erlaubt – als eine Reporterin stolperte und fast auf Mischa fiel. Seitdem kontrolliert Security jede Bewegung. Zverev nennt das „Kontrolle über das Unkontrollierbare“. Funktioniert: Er hat bisher keinen Satz im Turnier abgegeben.

Sophia Thomalla wird in Köln vor dem Bildschirm hocken. Drei Stunden später fliegt sie nach Paris, feiert, schach am Montag um acht wieder im Kölner Studio. Mutter Irina? Sie spaziert mit Lövik und Junior durch die Bois-de-Boulogne, hört die Punkte per Radio. „Ich würde ohnmächtig werden, wenn ich zuschaue“, sagt sie im kurzen Telefonat. „Lieber frische Luft und die Stimme des Reporters.“

Die stunde der wahrheit

Die stunde der wahrheit

Gegen Flavio Cobolli, 24, italienischer Wirbelwind, trifft Zverev auf den nächsten Generations-Herausforderer. Vier Jahre jünger, aber mit weniger Sandkilometern in den Beinen. Zverev kennt das Spiel seines Gegners – Cobolli kennt nur die Gerüchte über die unantastbare Box. Um 15:00 Uhr wird sich zeigen, ob Aberglaube und Taktik gegen jugendliche Wildheit reichen.

Paris wartet. Die acht Plätze sind vergeben. Die Hunde sind spazieren. Sophia ist im Flieger. Und Zverev? Er hat nur einen Gedanken: „Wenn ich den Pokal hebe, darf sich keiner von denen von seinem Stuhl rühren.“