Zverev fegt berrettini weg und flüstert indian wells zu: 'jetzt bin ich dran'
Ein Aufschlag wie ein Presslufthammer, ein Score wie ein Routinier-Training: Alexander Zverev hat in Indian Wells seine Visitenkarte mit Paukerwirkung hinterlassen – 6:3, 6:4 gegen Matteo Berrettini, kein Breakball im gesamten Match. Die Sonne von Kalifornien schien nur für ihn, die 20 Grad am Mittag fühlten sich für den Italiener wie 40 an.
Zverev serviert berrettini die hoffnung weg
Die Zahlen sind keine Statistik, sondern eine Ohrfeige: 89 Prozent Punkte hinter dem ersten Aufschlag, 82 Prozent hinter dem zweiten. Berrettini, einst Wimbledon-Finalist, kam nicht einmal in die Nähe eines Breaks. Nach 1:12 Stunden war der 28-Jährige schon wieder in der Kabine, während Zverev seine Schläger wie Pokale in die Tasche legte. „Ich habe heute gespürt, dass mein Aufschlag ein Waffenarsenal ist“, sagte er später, ohne auch nur einmal zu lächeln – Arbeitshaltung eben.
Die Erleichterung in deutschen Tennisstuben ist groß. Mit Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff sind bereits zwei Federn im ersten Runde herausgebrochen, Zverev ist der letzte Deutsche, der noch im Draw steht. Sein nächster Gegner kommt aus dem Duell Brandon Nakashima gegen Camilo Ugo Carabelli – ein Name, der noch kein Mensch aufs Zählblatt schreibt, aber auch kein Grund, die Korken knallen zu lassen.

Der viertelfinal-fluch wartet noch
Denn hinter dem Horizont lauern die Schwergewichte: Novak Djokovic, Jannik Sinner, Carlos Alcaraz. Zverev selbst weiß, dass Indian Wells für ihn seit 2015 ein Viertelfinal-Endstation ist. „Ich bin nicht mehr der Junge, der sich mit einem Achtelfinale zufriedengibt“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der seinen eigenen Zeitplan beschleunigt hat. Der Doppeltitel in Acapulco mit Marcelo Melo war nur die Einladung, jetzt folgt das Hauptgericht.
Die Saison ist jung, aber die Uhr tickt laut. Zverev spielt nicht gegen Berrettini, er spielt gegen das eigene Pensum, gegen das Viertelfinale-Phantom, gegen die Frage, ob er endlich die letzte Hürde auf dem kalifornischen Beton nehmen kann. Die Antwort steht noch aus, aber sein Aufschlag hat sie schon einmal in Richtung Netz geschickt – und diesmal will er sie nicht mehr zurückholen.
