Zverev auf rekordkurs: kann er in münchen geschichte schreiben?

München bebt! Alexander Zverev steht im Halbfinale des ATP-Turniers und hat die Chance, Geschichte zu schreiben. Nach einem dramatischen Viertelfinalerfolg gegen den Argentinier Francisco Cerúndolo ist der Lokalmatador dem vierten Titel in München und damit dem Rekordgewinn bedrohlich nahe. Die Frage ist: Kann er die Herausforderung des jungen Italieners Flavio Cobolli meistern?

Ein matchball für die nerven: zverevs achterbahnfahrt

Das Viertelfinale gegen Cerúndolo war ein Sechs-Minuten-Sechs-Minuten-Spiel. Zverev präsentierte Phasenweise beeindruckendes Sandplatztennis, ließ aber auch einmalig den ersten Satz mit 5:1 in den Sand laufen. „Da hat er unglaublich gespielt, da konnte ich wenig machen“, gab der Hamburger zu, bewies aber seine mentale Stärke und kehrte mit einem beeindruckenden 6:0 und 6:2 zurück. Ein Sieg, der mehr als nur sportlich wert ist: „Ich hoffe, ich stehe am Sonntag hier wieder mit dem Pokal“, verkündete ein sichtlich zufriedener Zverev nach dem Match.

Cobolli: der italienische wildcard-gegner

Cobolli: der italienische wildcard-gegner

Am Samstag (ab 13:30 Uhr) trifft Zverev auf den 23-jährigen Flavio Cobolli, aktuell Nummer 16 der Weltrangliste. Der italienische Youngster ist ein „wilder Spieler“, wie Zverev bereits in der Vergangenheit erfahren musste. Die bisherigen Duelle, beide gewonnen von Zverev, zeigen, dass Cobolli ein harter Brocken ist. Aber Zverev blickt gelassen nach vorne: „Ich muss mir selbst vertrauen. Wenn ich mein Spiel spiele, kann ich nachts gut schlafen.“

Fünfter halbfinale-auftritt: ein ungewöhnliches muster

Fünfter halbfinale-auftritt: ein ungewöhnliches muster

Bemerkenswert ist, dass Zverev in dieser Saison bereits zum fünften Mal ein Halbfinale erreicht – öfter als die Weltranglisten-Spitzenreihen Alcaraz und Sinner. Doch anders als diese beiden Tennis-Giganten, blieb ihm der Erfolg in der Runde der letzten Vier bislang verwehrt. Die Erinnerungen an frühere Halbfinal-Niederlagen gegen Alcaraz (Australian Open) und Sinner (Indian Wells, Miami, Monte Carlo) sind noch frisch. In München könnte sich diese Serie nun ändern.

Die Konkurrenz ist weggefallen. Alcaraz und Sinner sind diesmal nicht dabei, sodass Zverev einen klaren Pfad zum Titel hat. Es liegt an ihm, die Chance zu nutzen und den vierten Titel in München einzufahren – und damit einen historischen Moment im deutschen Tennis zu erleben. Denn eines ist klar: Der Druck liegt auf seinen Schultern, aber die Bühne gehört ihm.