Zverev als wimbledon-anwärter? stich glaubt an dessen potenzial
Alexander Zverev, frischgebackener French Open-Champion, wird trotz seiner bisher schwierigen Rasenbilanz von Ex-Wimbledon-Sieger Michael Stich in den Kreis der Titelanwärter auf der Church Road gezählt. Stich äußerte sich optimistisch angesichts des Selbstvertrauens, das Zverev nach seinem Grand-Slam-Erfolg mitbringt.
Die mentale barriere: zverev muss an sich glauben
„Er hat jetzt seinen Grand Slam gewonnen. Das gibt ihm Selbstvertrauen und die Leichtigkeit, die er braucht“, erklärte Stich im Rahmen einer Prime Video-Pressekonferenz. Der 57-Jährige betonte, dass Zverev spielerisch auf Augenhöhe mit den anderen Top-Stars sei, er müsse lediglich an seine Fähigkeiten glauben und den Willen zum Sieg zeigen. Zverevs bisherige Wimbledon-Bilanz ist ernüchternd: Er schied in den letzten Jahren frühzeitig aus, zuletzt sogar bereits in der ersten Runde.
Doch Stich sieht Potenzial. Er erinnerte daran, dass die Duelle mit Taylor Fritz, seinem möglichen Viertelfinalgegner, oft an hauchdünnen Entscheidungen hingen. „Es sind immer Nuancen“, so Stich, der selbst 1991 Wimbledon gewann. „Sobald du einen Funken eines Zweifels hast, dass du gewinnen kannst, wirst du wahrscheinlich nicht als Sieger hervorgehen.“

Die rasen-herausforderung: anpassung statt imitation
Ein entscheidender Punkt für Zverevs Erfolg liegt laut Stich in der Anpassung an den Rasen. „Er muss lernen, sein Spiel diesem Rasen anzupassen. Und sich ein bisschen mehr darauf einzulassen, was der Rasen von einem abverlangt.“ Der Versuch, auf Rasen genauso zu spielen wie auf Sand, sei zum Scheitern verurteilt. Stich wünscht sich daher, dass Zverev sein Selbstvertrauen mitnimmt, kreativ wird und sich von der Freude am Spiel leiten lässt. Es gilt, den vermeintlichen Nachteil in eine Stärke zu verwandeln.
Der Auftakt gegen Alexander Blockx am Dienstag bietet Zverev die Chance, den Grundstein für einen erfolgreichen Wimbledon-Auftritt zu legen. Und sollte es tatsächlich zum Duell mit Fritz kommen, wird Zverev zeigen müssen, dass er die Vergangenheit hinter sich lassen und seine bisherige Niederlagenserie beenden kann. Denn Stich ist sich sicher: „Er ist der bessere Spieler. Er hat einen Grand Slam gewonnen, Fritz nicht.“
