Queiroz hält ghana in wm-kurs: trotzdem var-schiri im visier
Carlos Queiroz, der Mann mit der bemerkenswerten WM-Bilanz, hat Ghana vor einer entscheidenden Begegnung gegen Kroatien in die K.o.-Runde geführt – zumindest theoretisch. Doch der portugiesische Coach sorgte nach dem Remis gegen England nicht nur für sportliche Schlagzeilen, sondern auch mit einer deutlichen Kritik am Video Assistant Referee (VAR).

Die fünfte wm-teilnahme: ein querschnitt durch queiroz' karriere
Es ist eine Karriere, die von Kontinente und Fußballverbänden gesäumt ist. Von Portugal über die Vereinigten Arabischen Emirate bis hin zu Kolumbien und Ägypten – Carlos Queiroz hat fast überall seine Spuren hinterlassen. Nun führt er Ghana auf dem WM-Parkett, und das schon zum fünften Mal in Folge. Eine bemerkenswerte Leistung, die nur von Bora Milutinović übertroffen wurde, einem echten Wandervogel des internationalen Fußballs.
Die Entlassung von Otto Addo im Vorfeld des Turniers wirkte wie ein Erdbeben. Die Verbandsführung schien mit der Leistung des Teams nicht zufrieden zu sein und setzte auf die Erfahrung und Expertise Queiroz'. Und die „Black Stars“ haben bisher nicht enttäuscht. Der Sieg gegen Panama und das Unentschieden gegen England lassen auf eine vielversprechende Zukunft hoffen.
Doch Queiroz ist kein Mann, der sich auf Lob ausruht. Seine Enttäuschung über die Leistung des VAR war nach dem Spiel gegen England deutlich spürbar. Er sprach von einem verpassten Elfmeter und einer möglichen roten Karte, die dem englischen Team nicht gezeigt wurde.
„Der VAR hat sich einen Kaffee gegönnt“, wetterte Queiroz. „Verständlich, ich würde mir auch ab und zu einen gönnen, aber es war ein klarer Elfmeter, eine klare Rote Karte.“ Eine Äußerung, die für Aufsehen sorgte und die Diskussion über die Rolle des VAR in modernen Fußballspielen neu entfachte.
Queiroz' unkonventionelle Art und sein oft unkonventionelles Verhalten am Spielfeldrand machen ihn zu einer der schillerndsten Figuren dieses Turniers. Er hat seine Spieler zu einem intensiven Kampf gegen England ermutigt, und das Ergebnis spricht für sich.
Auch die Affäre um Thomas Partey, der in Kanada von der Einreise ausgeschlossen wurde und nun in London wegen Vergewaltigung angeklagt ist, überschattet das Turnier. Queiroz betonte, dass er und sein Team sich auf das Wesentliche konzentrieren müssten: „Das ist unsere Pflicht, das zu ignorieren.“
Mit vier Punkten aus zwei Spielen stehen die Chancen für Ghana gut, sich für das Sechzehntelfinale zu qualifizieren. Aber Queiroz weiß, dass die Aufgabe noch lange nicht erledigt ist. Gegen Kroatien muss das Team alles geben, um seinen Traum von der K.o.-Runde zu verwirklichen. Und Carlos Queiroz wird dabei wieder an der Seitenlinie stehen, mit glühendem Blick und unerschütterlichem Glauben an seine Mannschaft.
