Zverev: alcaraz-fehlzeit macht ihn zum titelanwärter in paris?
Paris fiebert vor den French Open 2026, und für Alexander Zverev zeichnet sich eine seltene Gelegenheit ab, um in Roland Garros ernsthaft um den Titel zu kämpfen. Der Ausfall von Carlos Alcaraz, dem jungen Spanier, der die letzten zwei Jahre das Turnier dominierte, hat die Titelfantasien des Hamburgers unweigerlich beflügelt – doch der Weg zum Ruhm ist alles andere als ein Selbstläufer.
Der sinner-fluch und die chance zur revanche
Zverev befindet sich in einer Formkrise, die sich seit Jahren hinzieht. Mehr noch: Jannik Sinner, der italienische Dominator, scheint zum persönlichen Albtraum des Deutschen geworden zu sein. Sechs Masters-Events in Folge gingen an Sinner, und das Achtelfinale in Rom endete für Zverev ebenso enttäuschend. Seine Worte nach dem Spiel klangen fast schon resigniert: „Ich muss daran glauben, dass ich ihn schlagen kann, sonst können wir ihm den Pokal auch gleich überreichen.“ Eine ehrliche, wenn auch wenig schmeichelhafte Einschätzung.
Doch jetzt, mit dem Wegfall Alcaraz’ und dem vermeintlich angeschlagenen Novak Djokovic, blitzt eine neue Hoffnung auf. Djokovic, der Grand-Slam-Rekordchampion, trainiert zwar in Paris, doch seine Leistungen stimmen nicht mehr mit denen vergangener Zeiten überein. Die Bedingungen am Bois de Boulogne, der Austragungsstätte der French Open, passen zu Zverevs Spielstil – ein weiterer Faktor, der für ihn spricht.

Wilander sieht eine chance: „der tag kommt irgendwann“
Der dreimalige Paris-Sieger und Eurosport-Experte Mats Wilander sieht Zverevs Chancen realistisch: „Das Fehlen von Alcaraz eröffnet Chancen – und Zverev ist einer der größten Profiteure. Wenn man sich immer wieder in diese Position bringt, kommt irgendwann der Tag.“ Diese Aussage impliziert, dass Zverev die nötige Konstanz und mentale Stärke besitzt, um in entscheidenden Momenten zu brillieren. Sein Weg zum Titel ist aber alles andere als einfach.
Zunächst muss er Giovanni Mpetshi Perricard, einen jungen französischen Lokalmatador, bezwingen. Ein schweres Los auch für Jan-Lennard Struff und Daniel Altmaier. Struff trifft auf den Kasachen Alexander Bublik, Altmaier auf den Kanadier Félix Auger-Aliassime. Die Auslosung ist hart, aber Zverev scheint zu wissen, was auf ihn zukommt.
Sollte er die ersten Hürden überwinden, lauern Taylor Fritz, ein Angstgegner, dem er in den letzten sechs Begegnungen unterlegen war, und im Viertelfinale möglicherweise Novak Djokovic. Ein Finale gegen Jannik Sinner wäre das Duell der Giganten, das die Tenniswelt in Atem halten würde.
Alexander Zverev steht vor der vielleicht größten Chance seiner Karriere. Es ist jetzt oder nie. Er muss den Glauben an sich selbst bewahren, die Lockerheit ausstrahlen und vor allem den unbedingten Willen eines Champions beweisen. Nur so kann er den Coupe de Mousquetaire in die Höhe stemmen und den Traum vom Grand-Slam-Titel endlich wahr werden lassen. Das Turnier beginnt, und mit ihm ein neues Kapitel in der Karriere des Deutschen.
