Zukowski rettet magdeburg: doppelpack im kellerduell schlägt ein wie eine bombe

Der Knoten ist geplatzt – und wie. Nach fünf sieglosen Spielen schnappt sich der 1. FC Magdeburg beim 3:1 in Münster den ersten Dreier seit Wochen. Dank Mateusz Zukowski. Der Pole trifft doppelt, schießt seine Elf aus dem direkten Abstiegszone und sich selbst in die Torjägerkanone der 2. Bundesliga.

Zukowski ist kein Mann für Halbzeiten. Er kommt, sieht und trifft – alle 100 Minuten. 13 Tore in 15 Einsätzen, Tendenz steil. Gegen Preußen Münster läuft er in der 72. Minute auf Connor Krempickis Steilpass, legt sich die Kugel zurecht und donnert sie ins linke Eck. 2:0. Der Jubel folgt mit offenem Mund und Blick zum Gästeblock. Keine Show, pure Erleichterung.

Der erste Treffer war ein Elfmeter, nüchtern versenst. Der zweite ein Statement. „Ich bin überglücklich“, sagt er nach Abpfiff, „aber wichtiger ist, dass wir endlich wieder gewinnen.“ Der Stürmer, im Sommer aus Wroclaw gekommen, hatte zuvor drei Partien ohne Treffer verbracht – für ihn eine kleine Ewigkeit.

Trainer sander zieht die notbremse – und trifft

Trainer sander zieht die notbremse – und trifft

Petrik Sander sprach vor dem Spiel mit jedem Einzelnen, nahm Zukowski die Last von den Schultern. „Erinnert ihn an seine Stärke im Strafraum“, verrät der Coach. Die Psychologie fruchtet. Magdeburg springt von Platz 17 auf 16, die Rote Laterne wandert nach Münster. Nur drei Punkte trennen jetzt Platz 12 von Rang 18 – ein Mikrokosmos von Angst und Adrenalin.

Die Zahlen sind gnadenlos: Ohne Zukowskis Tore stünde der FCM bei sieben Punkten weniger, wahrscheinlich schon abgeschlagen auf dem letzten Platz. Sein Marktwert steigt, der Abstiegskampf auch. „Wir haben sieben Finals vor der Brust“, sagt Sander, „Münster war nur das erste.“

Der VfL Bochum wartet nach der Länderspielpause. Für Zukowski könnte es das letzte Kapitel in Magdeburg sein – oder das erste in einem neuen Vertrag. Bis dahin bleibt er Lebensversicherung und Angstgegner in einem. Die Zweite Liga hat ihren heimlichen Superhelden. Und der trägt blau-weiß.