Zsc lions zermalmen lugano mit eiskalter effizienz – hrubec lässt ticines sturm verzweifeln

Die ZSC Lions haben dem HC Lugano in der Swiss Life Arena eine Lektion in Sachen Chancenverwertung erteilt: 3:0 steht’s nach 60 Minuten, obwohl die Tessiner laut Statistik dominiert haben. Simon Hrubec parierte alles, Denis Malgin schlug doppelt zu – und schon liegt der Viertelfinal-Favorit unter Druck.

Malgin packt den doppelpack und die antwort aufs sturmgeheul

70 Sekunden vor Ende der zweiten Periode donerte Malgin den Puck zum 2:0 ins Netz, nachdem er selbst den Bully gewonnen hatte. Sein zweiter Treffer fiel in eine Szene, die wie ein Crash-Test aussah: Luganos Verteidiger rammte ihn, Malgin flog, stand auf und schob ein. „Hat weniger wehgetan, als es aussah“, sagte er später mit dem Grinsen eines Mannes, der weiß, dass Playoff-Tore weh tun dürfen – Hauptsache, sie zählen.

Die Zahlen sind brutal: Lugano feuerte 38 Schüsse ab, erwartete Tore (xG) 3,4 – Realität: 0. Hrubec ließ selbst zweite Chancen nicht zum Nachschuss zu, weil er den Puck stets festklemmte. „Wir haben ihn ausgesucht, weil er ruhig bleibt, wenn um ihn herum das Chaos tobt“, sagt Trainer Rikard Grönborg. Die Wahl ging auf.

Thürkauf spricht es aus: „wir haben die scheibe nicht reingemacht“

Thürkauf spricht es aus: „wir haben die scheibe nicht reingemacht“

Luganos Kapitän spricht mit rauer Stimme, aber klarer Analyse: „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Aber ein, zwei Fehler – und die machen eiskalt. Das ist der Unterschied zwischen Top-Teams und dem Rest.“ Calvin Thürkauf redet nicht vom Schiedsrichter, nicht vom Pfosten. Er redet vom Tor. Genauer: vom Fehlen davon.

Die Ticiner stellten ihre Linien um, schoben mehr Druck auf die blaue Linie, doch jedes Mal, wenn die Scheibe durch die Box schoss, lag Hrubec schon in der Bewegung. Die Lions blockierten 19 Schüsse, Lugano nur 7. Effizienz eben – nicht nur vor dem Tor, sondern auch davor.

Löwen planen schon den nächsten hieb im malcantone

Löwen planen schon den nächsten hieb im malcantone

Kein Siegesrausch, keine Champagnerdusche. Die Kabine wirkte wie nach einem Routine-Arbeitstag. „Wir schauen, was wir besser machen können, und dann fahren wir runter und holen den nächsten“, sagt Malgin. Grönborg ergänzt: „0:1 in der Serie ist ein Vorteil, aber kein Ticket.“

Für Lugano heißt es nun, die Scharte auszureißen – vor heimischem Publikum in der Cornér-Arena, wo das Eis schneller schmilzt und die Anfeuerung lauter wird. Thürkauf nimmt den Satz mit, der in den Köpfen der Tessiner schwirrt: „Wenn wir die gleiche Leistung bringen und nur das Tempo vor dem Tor erhöhen, sehe ich uns nicht schlecht.“

Die Lions fliegen mit einer 1:0-Serie-Führung in den Tessiner Frühling – und mit dem Wissen, dass drei weitere Siege nötig sind. Lugano fliegt mit dem Spießrutenlauf, endlich den Puck über die Linie zu drücken. Spiel 2 ist am Montag. Danach weiß man, ob die Effizienz der Zürcher eine Eintagsfliege war – oder ob Luganos Sturm weiter vor Hrubec verzweifelt.