Zsc lions fegen lugano weg – sigrist zeigt, wie kontern richtig geht
Ein Schlag, ein Tor, ein Statement. Justin Sigrist jagt die Scheibe zum 4:0 ins leere Netz und schickt die TSV-Arena in Ekstase – die ZSC Lions stehen einen Sieg vor dem Halbfinale.
Luganos konter-alptraum geht weiter
Die Tessiner wollten das 0:0 eigentlich verwalten, doch Santeri Alatalo musste nach 20 Minuten wieder hinterherlaufen. „Wir wissen, dass Zürich blitzschnell umschalten kann – und trotzdem lassen wir es passieren“, klagte der Finne. Drei Gegentore stammten aus schnellen Umkehraktionen, eine Statistik, die Coach Miska Saarinen heute Nacht nicht schlafen lässt.
Sigrist selbst nahm die Defensive als Ehrensache. „Letzten Montag haben wir nur zugeschaut, heute haben wir zugesehen, dass jeder Zweikampf gewonnen wird“, erklärte der Flügel, der seinen zweiten Playoff-Treffer markierte. Die Rede war von Passivität – ein Wort, das im Klub intern schon als Unwort gilt. Denn wer in der Postseason nur reagiert, wird bestraft. Punkt.

Die zahlen lügen nicht
Die Lions erlaubten in 60 Minuten nur 19 Schüsse auf Leonardo Genoni. Lugano kam auf 56 Prozent Faceoff-Gewinn, doch die zweite Puckbewegung danach gehörte fast immer den Zürchern. „Wenn du den Bully gewinnst, aber sofort unter Druck stehst, bringt dir das herzlich wenig“, so Alatalo.
Die Serie steht nun 3:0 – in der NL-Playoff-Historie kein Team mehr aufgestiegen, wenn es diesen Stand in der Runde erreichte. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Lions vor eigenem Publikum aufräumen, liegt laut Datenhaus Sportnex bei 92 Prozent. Für Luganer Verhältnisse ein Schock, war man doch vor zwei Wochen noch Titelfavorit.

Donnerstag droht die demontage
Die nächste Partie findet schon am Donnerstag statt – und die Halle wird wieder kochen. Dabei hat Sigrist eine einfache Marschroute parat: „Wir machen genau das Gleiche. Kein Rückwärtslaufen, kein Zurückpassen ins Zentrum, kein Gegentor in Überzahl.“ Drei Negativ-Kategorien, die bisher keinen einzigen Gegentreffer produziert haben.
Lugano? Muss gewinnen, um nicht zu Hause als erster Top-4-Club der Saison zu scheitern. „Kopf hoch und weitermachen“ – Alatalos Credo klingt tapfer, aber die Uhr tickt. Denn wer dreimal hinterherliegt, dem bleibt nur noch die Ehrenrunde. Und Sigrist hat seinen Schlusspunkt schon einmal gezeigt.
