Zoff packt aus: so reagierte er auf italiens jubel nach wales-pleite
Die Nerven liegen blank. Die Quali-Krimi läuft auf Hochtouren. Und mitten drin: Dino Zoff, 82, Weltmeister von 1982, der seine Gedanken nicht im Zaum hält.
«Ich bin optimistisch: Italien wird zur WM fahren», sagte der ehemalige Keeper Il Giornale – doch gleich danach zog er durch. Thema: der TikTok-taugliche Jubel einiger Azzurri, als Wales an den Bosniern scheiterte. «Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Das ist weder gut noch positiv – und wird die Gegner noch wütender machen», wetterte Zoff. Kein Blatt vor den Mund: «Ich hätte mich anders verhalten.»

Pio esposito: zoff sieht blauen diamanten
Wechselbad der Gefühle also – aber Lichtblicke gibt’s. Namensstichwort: Pio Esposito. Der 19-jährige Inter-Stürmer steht vor dem Sprung in die Startelf. «Er hat Potenzial auf höchstem Niveau und kann jahrelang für die Nazionale spielen», schwärmt Zoff. Technik, Reife, Einstellung – alles dabei. «Pio ist ein starker, längst kein Rohdiamant mehr.»
Am Dienstag geht’s nach Zenica. «Bosnien ist ein heißer Herd», warnt Zoff. «Aber wir haben bessere Einzelkraft.» Zweifel schleicht sich trotzdem ein – schließlich wartet Italien seit 90 Minuten auf den Funken, der die Tore entzündet. 2:0 gegen Nordirland reichte, brillieren tat niemand.
Die Rechnung ist einfach: Wer nicht gewinnt, fliegt. Punkt. Und wer sich vorab über gescheiterte Konkurrenten lustig macht, füttert nur den Gegner. Zoff hat’s gesagt – und damit die Stimmung angeheizt. Jetzt müssen seine Nachfolger liefern. In Bosnien, wo der Rasen brennt und die Fans pfeifen. Dort wird sich zeigen, ob der Optimismus des Altmeisters berechtigt ist – oder ob das blaue Feuerwerk am Dienstag verpufft.
