Zobel raus, oslo ohne ihn: die wahrheit hinter dem instagram-post
David Zobel sitzt zu Hause in Ruhpolding, während die anderen am Holmenkollen ihre Ski wachsen. Der 29-Jährige wurde nicht nominiert – und das kurz nach einem Satz, den jeder falsch verstand.
„Ich war bedient“ – das war kein rücktritt
60. Platz in Otepää, 1:55 Minuten Rückstand auf Sturla Holm Laegreid. Die Zahl brennt sich in seine Lungen. „Da bin ich körperlich blaugegangen“, sagt er dem Münchner Merkur. „Mein Puls war am Limit, alle sind an mir vorbeigelaufen. Das macht keinen Spaß.“ Ein Schießfehler nur, trotzdem seine schlechteste Weltcup-Platzierung überhaupt. Kurz danach postet er bei Instagram: „.wars das für mich in dieser Saison.“ Die Botschaft landet beim Deutschen Skiverband wie eine Abmeldung. Konsequenz: kein Kaderplatz für Oslo.
Zobel selbst wollte nur Luft holen. „Das war ein Missverständnis. Ich habe an mir gezweifelt und den Post für mich gebraucht“, klärt er auf. Doch die Reisegruppe war längt fix. Acht Athleten fahren nach Norwegen, er ist nicht dabei. Auch nicht, weil die Leistung in der Loipe seit Ruhpolding stetig abnahm. „Solch ein Ergebnis habe ich noch nie erlebt“, gibt er zu.

Dsv-logik: formkurve sinkt, ticket weg
Der Verband reagiert klinisch. Wer nicht liefern kann, fliegt raus – selbst wenn das Team erweitert wird. Für Zobel bedeutet das: Saisonende am 19. März, statt eines Finals vor 30.000 Norwegern ein Interview in der Heimatzeitung. Die Enttäuschung sitzt tief. „Die Entscheidung ist ziemlich hart. Aber das ist Sport“, sagt er und klingt dabei, als würde er sich selbst damit abholen.
Nächste Chance? April, dann Juni, dann der neue Zyklus. Bis dahin bleibt ihm nur eins: die Kilometer zählen, die Pulswerte studieren – und hoffen, dass das nächste Instagram-Update niemand mehr missversteht.
