Zipser: vom nba-traum zur hirnerkrankung – und zurück!
Paul Zipser, der Name hallte vor kurzem noch in der NBA wider, ist jetzt ein Mann, der über Enten im Wasserbecken nachdenkt. Eine Karriere, die auf dem Gipfel begann, wurde durch eine schicksalhafte Diagnose jäh unterbrochen. Doch die Geschichte des deutschen Basketballers ist noch lange nicht zu Ende.
Die nba-träume von heidelberg
Vor genau zehn Jahren, im Sommer 2016, wurde der gebürtige Heidelberger von den Chicago Bulls gedraftet. Ein Traum wurde wahr, der Junge aus Baden-Württemberg spielte in der besten Basketball-Liga der Welt. Nach Stationen bei Bayern München und der Nationalmannschaft, wo er an der Seite der Legende Dirk Nowitzki die EM bestritt, schien der Sprung in die NBA unausweichlich. „Ich war so von mir überzeugt“, erinnert sich Zipser. „Ich wusste, dass ich mich dort durchsetzen werde.“ Die ersten zwei Jahre in Chicago waren geprägt von Höhen und Tiefen, von spannenden Duellen gegen LeBron James und andere Superstars.

Der schock: ein tumor im hirnstamm
Doch dann kam der Schock. Im Jahr 2021, nach einer frustrierenden Zeit in den USA und einer Zwischenstation in Spanien, spürte Zipser plötzlich Kopfschmerzen und Schwindel. Was als Migräne abgetan wurde, entpuppte sich als ernste Erkrankung: Ein Tumor im Hirnstamm. „Es war, als ob ihn eine unsichtbare Hand aus dem Leben genommen hätte“, beschreibt sein damaliger Trainer Andrea Trinchieri die Situation. Die Operation war hochriskant, die Folgen ungewiss. Die nächsten Monate waren ein Kampf gegen die Krankheit, gegen Lungenembolien und gegen die Angst.

Comeback und neue prioritäten
Unglaublich, aber wahr: Zipser kehrte auf den Platz zurück. Im März 2022 feierte er sein Comeback in der Bayern-Mannschaft, wenn auch nur für 15 Sekunden. „Diese 15 Sekunden sind für mich eine ganze Welt“, sagte er damals. Heute spielt er wieder in seiner Heimatstadt Heidelberg, in der ProA. „Ich bin nicht mehr der Athlet von vor der Operation“, gesteht er offen. „Ich habe das alte Bild von mir abgelegt.“ Der Fokus hat sich verschoben. „Das Leben zu leben, steht an erster Stelle, und nicht mehr das Bestmögliche aus meiner Karriere und meinem Körper herauszuholen.“
Paul Zipser, ein Name, der für Kampfgeist, Resilienz und die unbändige Liebe zum Basketball steht. Seine Geschichte ist eine Mahnung, dass das Leben mehr ist als nur Sport – und dass selbst nach den dunkelsten Stunden ein neuer Anfang möglich ist.
