Zersplitterter schläger trifft co-trainer – skandal-szene überschattet askers playoff-sieg
Blut auf dem Eis, ein Co-Trainer mit klaffender Stirnwunde, ein Spieler, der den Schläger wie eine Waffe durch die Luft wirft – und dazwischen ein 4:1-Sieg, der plötzlich nebensächlich wirkt. Die Playoff-Partie zwischen Frisk Asker und Vålerenga geriet am Freitagabend zur Schaukelpartie: Erst jubelten die Hausherren über den sechsten Sieg in Folge, Sekunden später herrschte betretenes Schweigen, als Michael Smithurst mit der Hand an die Schläfergriff presste und dennoch weitershoutete.
Der moment, in dem der schläger explodierte
Erste Spielminute, Anzeigentafel zeigt 1:0 für Asker durch Tobias Fladeby. Kurz vor der Drittelpause prescht Mathis Olimb über rechts, zieht ab – Knall, Splitterregen. Die Carbon-Klinge seines Schlächers bricht sich in zwei Teile. Olimb, 40 Jahre alt, 400 DEL-Spiele für Augsburg und Wolfsburg im Rücken, weiß: Festhalten des Stücks bedeutet Strafe. Also wirft er. Nicht irgendwohin, sondern quer über das Spielfeld – genau dort, wo Smithurst mit durchgedrückten Ellbogen die Bank instruiert.
Der 55-Jährige duckt sich einen Tick zu spät. Die abgesplitterte Schlägerhälfte trifft ihn seitlich an der Stirn. Blut läuft sofort, die medizinische Staffel eilt herbei. Olimb bekommt zwar keine Strafe für das Wegwerfen, doch die Bilder gehen um den Globus. „Das war laut“, sagt Smithurst noch während der Naht, „und völlig unnötig. So etwas gehört sich nicht.“

Olimbs erklärung wirft neue fragen auf
Der Norweger rechtfertigt sich beim Sender TV2 mit einer Regelungslücke: „Ich zerbrech den Schläger, und wenn ich ihn festhalte, gibt’s ne Strafe. Ich weiß nicht, wo die anderen sind – ich wollt einfach keine zwei Minuten riskieren.“ Problematisch: Die Regel schützt nur vor kleinen Strafen, nicht aber vor grober Fahrlässigkeit. Hätte Olimb das Teil einfach fallen lassen, wäre nichts passiert. Tatsache bleibt: Der Streich richtet sich nicht gegen den Gegner, trifft ihn aber umso heftiger.
Die Liga leitet nun ein Disziplinarverfahren ein. „Wir prüfen, ob eine Sperre fällig ist“, sagt Vizekommissar Ole-Jacob Liberg. Für Smithurst ist das ein Trostpfosten – er fordert Konsequenzen: „So ein Verhalten darf Schule machen, wenn wir nichts unternehmen.“
Der sieg rückt in den hintergrund
Dabei lieferte Frisk Asker Eishockey vom Feinsten ab: schnelle Vorstöße, disziplinierte Abwehr, ein Torhüter, der 29 von 30 Schüssen wegfaustete. Mit dem 4:1 bauen die Pelkum Sportwelt-Kandidaten ihre Siegesserie auf sechs Spiele aus – Statistiken, die normalerweise Schlagzeilen fordern. Stattdessen dominieren Bilder eines blutenden Trainers die sozialen Netzwerke.
Am Sonntag steht Spiel zwei der Halbfinal-Serie an, am 24. und 26. März die folgenden Duelle. Frisk Asker, viermaliger norwegischer Meister, ist auf dem Weg zurück auf den Thron. Doch bevor die nächste Scheibe fällt, muss die Liga zuerst eine Frage klären: Wie viel Verantwortung trägt ein Spieler für die Flugbahn seines zersplitterten Equipments? Smithursts Naht ist bereits genäht – ob Olimb eine Sperbekommt, entscheidet sich in den kommenden Stunden.
Die Antwort wird weichen, wie hoch der norwegische Sport das Sicherheitsniveau ansetzt. Denn eines ist klar: Wenn Schläger zu Geschossen werden, verlieren alle – außer den Chirurgen.
