Zapata steht vor der heimkehr nach san siro: 17 monate nach kreuzband-trümmern
San Siro wird heute Abend kein normales Spielfeld sein. Es wird zur Bühne für Duvan Zapatas persönliches Comeback-Drama. 17 Monate, nachdem sein linkes Knie in drei Stellen zerbarst, betritt der Kolumbianer erstmals wieder den Rasen, auf dem seine Karriere kurz vor dem Aus stand.
Die nacht, in der das knie krachte
5. Oktober 2024, Inter gegen Turin. Zapata springt, landet, sein Kreuzband reißt, Meniskus innen, Meniskus außen. Die Kamera fängt Tränen ein, nicht Schmerz, sondern Angst. Die Angst, dass aus dem 33-Jährigen ein Rentner wird. Stattdessen folgten 520 Tage Reha, ein zweites Mal das Laufen lernen, ein zweites Mal das Tor treffen lernen. Dreimal traf er in den letzten Partien, zweimal Zapata selbst. Die Zahlen sind kein Zufall. Sie sind seine Antwort.
Trainer Roberto D’Aversa wartete bis zuletzt. Er gibt die Startelf erst im Bus Richtung Stadion bekannt. Doch wer am Trainingsgelände Filadelfia die letzten Tage beobachtete, sah schon die Wahrheit: Zapata und Simeone, eine Doppelspitze aus Muskel und Moral. „Duvan braucht Minuten, um sein Öl warm zu kriegen“, sagte D’Aversa gestern. „Aber wenn er heiß ist, ist er ein Ofen.“ Gegen Parma bewies er’s: Einwechslung, 23 Minuten, ein Tor, drei Gegenspieler im Nacken.

Milan hat seine visitenkarte noch
Die Statistik ist ein kleiner Gegner. Zapata traf in den letzten drei Liga-Duellen mit Turin immer gegen Milan. Nur Lukaku, Milito und Di Natale schafften vier Serie-A-Tore in Folge gegen die Rossoneri. Seit dem 24. März 1985 wartet Turin auf einen Sieg in der Scala des Fußballs. 29 Spiele, 20 Niederlagen, neun Remis. Die Zahlen sind laut, aber Zapatas Knie war lauter.
Ab 20.45 Uhr wird der Kolumbianer in den Strafraum sprinten, wo einst sein Kreuzband zerriss. Die Kurven werden pfeifen, die Trommeln werden drohnen. Zapata wird nicht hören. Er wird nur laufen. Und wenn der Ball dann in den Winkel fliegt, weiß San Siro, dass manche Verletzungen nicht heilen, sondern brennen. Bis sie Tore werden.
