Zanardis vermächtnis: seine freundin giusy versace erinnert sich
Die Sportwelt trauert um Alex Zanardi, aber seine Werte und sein unbändiger Lebenswille leben weiter. Seine ehemalige Kollegin und Freundin, Senatorin Giusy Versace, blickt zurück auf eine außergewöhnliche Beziehung, geprägt von Humor, Verletzlichkeit und dem gemeinsamen Streben nach Perfektion.
Eine verbindung, die im krankenhaus begann
Versace schildert, wie sie Zanardi bereits in ihrer dunkelsten Stunde begegnete – im Jahr 2005, kurz nach ihrem eigenen schweren Unfall. „Ich lag im Krankenhaus, ohne Beine, ohne Zukunftsperspektiven. Meine Mutter schaltete den Fernseher ein, und da war er: Alex, der wieder lief und gewann. Seine Rückkehr gab mir Hoffnung.“ Diese erste Begegnung war der Beginn einer tiefen Freundschaft, die beide Menschen nachhaltig prägen sollte.
Es war nicht nur die sportliche Leistung, die Versace beeindruckte, sondern auch Zanardis innere Stärke. „Er hatte eine natürliche Ausstrahlung, eine unaufdringliche Art, die Menschen zu motivieren. Er drängte einen nicht, sondern inspirierte, über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen.“

Ironie als verbindendes element
Die beiden verband eine besondere Art von Humor, eine Ironie, die Zanardi meisterhaft beherrschte. „Er wusste, wie man mit einem Lächeln selbst die schwierigsten Situationen bewältigt. Und er trug die Last eines berühmten Nachnamens mit einer unglaublichen Leichtigkeit.“ Versace erinnert sich an gemeinsame Aktionen im Rahmen von „Obiettivo 3“, wo Zanardi ihr zeigte, wie man Hindernisse überwindet – „indem man sie einfach weglässt, wie er es mit seinen Beinen gemacht hat.“
Die gemeinsamen Erlebnisse, von den Paralympics in Rio de Janeiro bis zum Venice Marathon, zeugen von einer Freundschaft, die über den sportlichen Kontext hinausging. „Es waren die kleinen Momente, die Blicke, das Lachen, die zählten. Alex schenkte jedem ein Lächeln, ohne jede Distanz.“

Ein vorbild für alle
Senatorin Versace würdigt Zanardi als einen Menschen, der das Leben anderer positiv beeinflusst hat. „Er hat nicht nur inspiriert, sondern auch konkret geholfen, Menschen im Sport wieder Fuß zu fassen und durch den Sport ein neues Leben zu beginnen.“ Sie betont die Bedeutung seiner Familie, insbesondere seiner Frau Daniela, die Zanardi stets mit ihrer Stärke unterstützte.
„Alex hat uns den Mut, die Lebensfreude und die Regel der ‚fünf Sekunden‘ hinterlassen. Aber vor allem hat er uns eine Lektion gelehrt: Was man nicht ändern kann, soll man nicht beklagen. Man muss den Wert erkennen, das zu tun, was man noch kann.“
Die Erinnerung an Alex Zanardi wird weiterleben – in den Herzen seiner Freunde, Familie und aller, die von seinem unbändigen Lebenswillen inspiriert wurden. Sein Erbe ist ein Aufruf, das Leben mit Humor, Entschlossenheit und einem offenen Lächeln zu leben.
