Zaccagni steigt wieder: lazio-kapitän erholt sich schneller als erwartet

Die Nachricht jagt durch Formello wie ein Sprint über die rechte Außenbahn: Mattia Zaccagni, Lazios Kapitän und Herzstück der linken Offensive, kehrt schneller zurück als befürchtet. Eine neue Kernspintomographie zeigt deutliche Heilungsfortschritte – ein Hoffnungsschimmer, der in der Kurve des Olimpico längst für Jubel sorgt.

Die verletzung war ein schock, das comeback kommt überraschend

Noch vor dem Duell mit dem AC Milan hatte Zaccagni das Training mit einem zuckenden Schmerz im rechten Oberschenkel verlassen. Diagnose: posttraumatische Muskelverletzung mittleren Grades an Vastus medialis und Vastus intermedialis. Für viele ein Sturz in die Untiefen der Laziale Verletzungsliste, für den Flügelspieler offenbar nur eine Verschnaufpause. Seit Tagen absolviert er bereits individuelle Reha-Einheiten, behandelt von Physiotherapeuten, die ihn wie einen Rohdiamanten schleifen.

Im Trainingszentrum von Formello herrscht jetzt Aktenstudium statt Trauer. Die Ärzte werten jede Bildgebung millimetergenau aus, die Sportdirektion verlegt intern schon mal den Saisonendspurt. Denn ohne Zaccagnis Dribblings und seine 7 Scorer-Punkte in den letzten zehn Partien wirkt Lazios Angriff wie ein Ferrari mit nur fünf Zylindern.

Die Fans spekulieren auf Social Media mit Hashtags wie „#ZaccagniComeback“ und „#Capitano“. Einige buchen schon Tickets für das Spitzenspiel gegen Atalanta in zwei Wochen – ein Risiko, das sich auszahlen könnte. Die Buchmacher korrigieren ihre Quoten für einen Europapokal-Platz minimal nach oben, seit die Meldung durchs Mediennetz rauschte.

Was die nächsten tage bringen – und warum baroni jetzt aufatmet

Was die nächsten tage bringen – und warum baroni jetzt aufatmet

Trainer Marco Baroni hatte intern zuletzt mit einem 3-4-3 experimentiert, um die fehlende Durchschlagskraft auf links zu kompensieren. Mit einem genesenen Zaccagni könnte er wieder zur vertrauten 4-3-3-Formation zurückkehren, in der Isaksen und der Kapitän die Außenbahnen besetzen. Das würde nicht nur die Offensive entlasten, sondern auch die Mittelfeld-Rotation stabilisieren.

Der Zeitplan: Wenn die Heilung weiterhin so verläuft, steht einer Teilbelastung in fünf bis sieben Tagen nichts mehr im Weg. Ein Einsatz im Pokal-Viertelfinale Anfang April ist laut Klubangaben „nicht ausgeschlossen“. Das klingt nach vorsichtigem Optimismus, ist aber ein Synonym für: Er wird bald wieder auflaufen.

Die sportliche Brisanz ist immens. Mit Zaccagni an Bord kletterte Lazio in der Rückrunde auswärts auf 2,1 Punkte pro Spiel, ohne ihn sank die Ausbeute auf 1,3 – ein Unterschied, der am Ende zwischen Conference League und Champions League liegen kann. Die Kurve im Olympique hat schon ein Choreo-Konzept parat: ein riesiges Tuch mit Zaccagnis Gesicht und dem Schriftzug „Il Capitano non si arrende“.

Für den Spieler selbst geht es um mehr als Fitness. Nach der Verletzungspause will er mit voller Energie in die Endphase starten – und vielleicht sogar die Torschützenkrone unter den italienischen Flügelspielern verteidigen. Die Zahlen sprechen für ihn: Drei Siege, ein Remis, nur eine Niederlage, wenn er über 60 Minuten auf dem Platz stand. Lazio ohne Zaccagni ist ein Schachbrett ohne Dame: möglich, aber deutlich schwieriger.

Die Wahrscheinlichkeit, dass er vor dem Saisonfinale wieder durchstartet, liegt laut interner Prognose bei 70 Prozent. Das reicht, um die Gegner schon mal ins Schwitzen zu bringen. Denn wenn der Kapitän wieder die linke Seite entlang saust, wird der Olimpico erzittern – und die Konkurrenz ahnt, dass Lazios Sprint in die internationalen Startlöcher erst beginnt.