Zaccagni soll lazio retten – drei monate ohne tor

Mattia Zaccagni hat seit dem 4. Dezember kein Pflichtspieltor mehr erzielt. Drei Monate Schweigen für einen Spieler, der in guten Zeiten locker zweistellige Werte bei Toren und Vorlagen erreicht. Und genau in diesem Schweigen steckt das ganze Problem der Lazio in dieser Saison.

Sarri klammert sich an seinen kapitän

Maurizio Sarri hat nicht viele Optionen mehr. Die Verletztenliste wächst, die Stimmung im Verein ist angespannt, und eine Mannschaft, die sich schwertut, überhaupt aufs gegnerische Tor zu schießen, braucht dringend einen, der den Unterschied macht. Dieser eine heißt Zaccagni. Der Kapitän, die Nummer 10, der Mann, an dem Lazio hängt wie an einem letzten Anker.

Beim letzten Spiel in Cagliari war er nach seiner Verletzung am schrägen Bauchmuskel zwar wieder dabei, aber noch weit von seiner besten Form entfernt. Zwei Trainingseinheiten in den Beinen, mehr nicht. Sarri wusste das. Trotzdem brachte er ihn. Weil er keine Wahl hatte.

Ein märz, der alles entscheidet

Ein märz, der alles entscheidet

Heute in Turin soll es anders werden. Zaccagni weiß selbst, dass er liefern muss – nicht nur für Lazio, sondern auch für sich. Im Rücken lauert die WM-Qualifikation mit der Nationalmannschaft, und wer monatelang ohne Treffer bleibt, sitzt im Azzurri-Kader schnell auf der Tribüne.

Die Zahlen lügen nicht: vier Tore, ein Assist in dieser Saison, verteilt auf Liga und Pokal. Der letzte Ligatreffer datiert vom 3. November gegen Cagliari – vier Monate her. Die einzige Vorlage der Saison? 7. Januar gegen Fiorentina. Auch das ist fast zwei Monate alt.

Für einen Spieler seines Formats ist das schlicht zu wenig. Und alle bei Lazio wissen es.

Ratkov bekommt seine chance, taylor ist gesetzt

Ratkov bekommt seine chance, taylor ist gesetzt

Daniel Maldini fällt wegen Muskelproblemen aus, nicht einmal im Kader für Turin. Sein Ausfall öffnet die Tür für Petar Ratkov, der bisher nur ein einziges Mal von Beginn an gespielt hat. Sarri erwartet viel von ihm. Genauso wie von Taylor, der seit seiner Ankunft in jedem einzelnen Spiel in der Startelf stand – neun von neun. Keine Pause, kein Schongang.

Den Kern der Mannschaft bilden aber die Alten, die Verlässlichen: Zaccagni, Cataldi, Provedel, Marusic. Sarris vier Musketiere in einer Saison, die längst zur Bewährungsprobe geworden ist. Sie haben in schwierigen Momenten geliefert. Heute in Turin müssen sie es wieder tun.

Nächste Woche wartet dann das Pokal-Halbfinale gegen Atalanta. Danach die WM-Playoffs. Ein Monat, der Zaccagnis Saison – und vielleicht seine Rolle in der Nationalmannschaft – neu definieren wird. Wer drei Monate lang stumm geblieben ist, hat jetzt keine Zeit mehr für Anlaufphasen.