Yverdon wirft urea raus – andermatt soll das abstiegswrack retten
Die Trennung war nur eine Frage der Zeit. Nach der 0:2-Pleite gegen Stade-Lausanne-Ouchy hat der FC Yverdon-SportAdrian Urea am Montagmorgen fristlos entlassen. Der Rückstand auf den Aufstiegsplatz wuchs auf zehn Punkte – zu viel für einen Klub, der sich eigentlich für die Super League qualifizieren wollte.
Martin andermatt übernimmt sofort
Die Lösung ist altbekannt: Martin Andermatt, 63, ehemaliger Nati-Ass und Yverdon-Urgestein, springt als Interimstrainer ein. Er soll die Saison noch retten – mindestens die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. „Wir brauchen frischen Wind und eine klare Handschrift“, sagte Präsident Paolo Lombardi gegenüber der Zeitung „24 heures“. Der Wind ist jetzt da, nur ob er reicht, steht auf einem anderen Blatt.
Yverdon stieg 2023 aus der Super League ab, doch statt des erhofften Direktwiederaufstiegs droht erneut der Absturz. Drei Spiele, ein Sieg – das ist kein Formtief, das ist ein Systemzusammenbruch. Die Defensive kassierte in den letzten fünf Partien zwölf Gegentore, die Offensive schoss nur zwei. Die Zahlen sind laut, die Stimmung vergiftet.

Spieler wollten urea loswerden
Hinter den Kulissen brodelte es seit Wochen. Spieler kritisierten Ureas Trainingsmethoden als „zu analytisch, zu wenig emotional“, wie Vereinskreise berichten. Nach dem 1:3 in Aarau soll es eine Kabinenszene gegeben haben, die den Ausschlag gab. Lombardi musste handeln, sonst hätte die Mannschaft ihn weggeschossen.
Andermatt kennt die Challenge League wie seine Westentasche. 2017 führte er bereits Wil zum Aufstieg, 2021 half er Stade-Lausanne-Ouchy aus dem Tabellenkeller. Bei Yverdon ist die Lage prekär: Fünf Spiele bis zur Winterpause, darunter das Derby gegen Lausanne. Verliert er drei, ist die Saison gelaufen. Die Fans fordern nicht mehr den Aufstieg – sie fordern einfach, nicht wieder abzusteigen.
Die Uhr tickt. Am Samstag gastiert Yverdon in Bellinzona, einem direkten Konkurrenten. Ein Sieg würde die Lücke auf sieben Punkte verkürzen, eine Niederlage sie auf dreizehn erweitern. Dazwischen liegt keine Grauzone, nur die Gewissheit, dass der FC Yverdon-Sport am Abgrund steht und Andermatt das letzte Seil ist, das ihm zur Verfügung steht.
