Yannick hüber packt aus: was hinter den bvb-krisen und wm-abenteuern wirklich passiert

Als hätte er schon die nächste Schlagzeile im Kopf, zieht Yannick Hüber die Kopfhörer ab und lacht nur. 25 Länder, vier Kontinente, ein Dutzend Finals – und trotzdem klingt der 32-Jährige, als würde er gerade vom Bolzplatz kommen. Der Mann, der für BILD, Sport BILD und WELT die Herzen von Borussia Dortmund und der Nationalmannschaft aufschlitzt, ist selbst ein Ultraläufer mit zwei Ironman-Zielbändern im Gepäck. Wer ihn auf der Tribüne steht sieht, ahnt: Dieser Reporter brennt nicht einfach für Stories – er läuft ihnen hinterher, bis die Lungen qualmen.

Der tag, als can zusammenbrach und hüber live dabei war

Emotionale Szenen nach BVB-Pleite – das war nicht nur eine Headline, das war sein Alltag. Can stolperte, Hüber sprintete. Sekundenbruchteile, in denen der Kapitän am Boden lag und der Reporter neben der Bande schon wusste: Das wird der Aufmacher. „Man spürt das Drama körperlich“, sagt er, „als würde der Rasen unter den Füßen beben.“

Seit 2014 sammelt er diese Momente. Erst als Praktikant, dann als Volontär an der Axel-Springer-Akademie, wo ihm eingetrichtert wurde: Kein Satz ohne Fakt, kein Fakt ohne Quelle. Heute ist er derjenige, der in Katar bei 42 Grad im Schatten die WM-Korridore runterhetzt, um herauszufinden, warum der DFB-Bus Verspätung hat. Oder der mitten im Ahrtal 2021 steht, während die Bäche die Turnschuhe vollsaugen und er trotzdem live sendet.

Warum kovac plötzlich heiß begehrt ist und der bvb zittert

Warum kovac plötzlich heiß begehrt ist und der bvb zittert

Die Gerüchteküche brodelt – Kovac, Schlotterbeck, ein XXL-Umbruch. Hüber liefert die Zahlen: elf Stars mit ungewisser Zukunft, 70 Millionen Ablöse für einen Abwehrspieler, ein Trainer, den halb Europa will. Was klingt wie Transfermarkt-Geplänkel, ist für ihn Rechenarbeit. „Ich sitze im Flughafen von Bergamo, höre zwei Scouts reden, und zack – die Story ist geboren“, erzählt er. Sein Handy speichert 37 Kontakte mit dem Zusatz „Agent“. Jeder kann den nächsten Knaller liefern.

Dabei bleibt er selbst ein Fan. Als Kind stand er auf der Südtribüne, heute sitzt er in der Mixed Zone, aber die Gänsehaut verlässt ihn nie. Acht Marathons, drei Radrennen, zwei Ironmen – das Training nach dem Schichtende. „Wenn du mal 180 Kilometer geradelt und noch 42 Kilometer gelaufen bist, dann nervt auch ein verschärfter Dortmunder nicht mehr“, scherzt er. Die Zahlen lügen nicht: 3.800 Kilometer jährlich auf dem Rad, 1.200 gelaufen. Sein Pulsgurt tickt weiter, selbst wenn in der Pressekonferenz schon alle Kugelschreiber liegen.

Was ihn antreibt, wenn der bvb wieder rausfliegt

Was ihn antreibt, wenn der bvb wieder rausfliegt

Letzte Sekunde, Champions-League-Aus, Bergamo jubelt, Dortmund schweigt. Hüber steht zwischen beiden Welten. „Du siehst Spieler weinen, Fans mit leeren Augen, und trotzdem musst du in zwei Minuten senden.“ Seine Stimme wird rauer. „Aber das ist der Job: Die Niederlage so erzählen, dass sie trotzdem eine Geschichte wird, die sich lohnt.“

2025 wartet schon die nächste Krönung: Klub-WM in den USA, neue Stadien, neue Geschichten. Hüber hat schon den Visumantrag ausgefüllt und die Impfung gemacht. „Wenn der BVB dann wieder dabei ist, bin ich der Erste, der durch die Sicherheitsschleuse rennt.“ Bis dahin sammelt er Kilometer, Kontakte, Momente. Und wenn er abends die Laufschuhe auszieht, tippt er die letzte Zeile, sendet – und beginnt von vorn. Denn der Sport stoppt nie. Und Yannick Hüber auch nicht.