Xenia von siebenthal krönt sich zur parallel-queen: gold nummer drei in folgaria
Die Davoserin stampfte ins Ziel, ließ die Arme kreisen und schrie dem Hang entgegen: Xenia von Siebenthal ist wieder da. Mit dem dritten Junioren-Weltmeistertitel im Parallel-Slalom verwandelt die 18-Jährige die Piste von Folgaria in ihre ganz eigene Showbühne – und schickt der Konkurrenz eine Botschaft, die lauter ist als jeder Helikopter über den Dolomiten.
Finalgegnerin travinicheva spürt den punch
Am Sonntag schlägt sie die Russin Mariia Travinicheva im Endlauf, tagelang hatte die Schweizerin das Bild von Silber vom Vortag im Kopf. Nun revanchiert sie sich mit der gleichen Attacke, mit der sie schon 2023 und 2025 Gold geholt hat: rasiertes Eis, kantige Körperlage, null Nerven. Die Uhr stoppt, der Vorsprung beträgt zwei Zehntel – eine Ewigkeit im Slalom.
Die Bilanz ist längst kein Jugendwerk mehr. Bronze 2024, Team-Bronze 2025, Silber im Parallel-Riesenslalom am Samstag – dazwischen immer dieses Gold, das sie wie ein Markenzeichen trägt. Wer von Siebenthal sagt, meint Parallelslalom. Wer Parallelslalom sagt, meint von Siebenthal. Eine Symbiose, die selbst erfahrene Weltcup-Fahrer nervös macht.

Weltcup-debüt lag schon zwei jahre zurück
Ende 2018 noch als „Talent“ deklariert, stürmte sie mit Rang 11 ins Weltcup-Tabellenbuch. Seither fährt sie regelmäßig gegen Damen, die doppelt so viele Saisons auf dem Buckel haben. Die Devise: Erst verdrängen, dann verblüffen. TSV-Intern reden die Trainer von „Kampf-Modus stilisiert“. Gemeint ist: Sie geht auf Kurs, statt auf Sicherheit.
Die nächste Station ist schon gebucht. Die U20-Ära neigt sich dem Ende zu, die Weltcup-Stammstarter wissen, dass sie sich warm anziehen müssen. Mit drei Junioren-Titeln im Gepäck fällt von Siebenthal bald in die gleiche Startgrube wie die absoluten Top-Ten – und sie wird nicht kommen, um zu applaudieren.
Die Zahl des Tages: 3. Dreimal Gold, drei verschiedene Jahrgänge, eine einzige Konstante: Wer vor ihr fährt, schaut bestenfalls auf Silber.
