Wwe-stars verliebt in dfb-elf: „die sehen alle aus wie models“

01:01 Uhr, TikTok live, und plötzlich fliegen Herzen im Wrestling-Ring: Rhea Ripley, Drew McIntyre und Liv Morgan scrollen sich durch die DFB-Startformation – und bleiben hängen. „Alle sehen so gut aus“, stöhnt Ripley, während McIntyre den Bildschirm anstupst: „Wenn die Jungs Fußball spielen, schau ich.“ Sekunden später postet der WWE-Deutschland-Channel die Reaktion, 1,2 Millionen Views, Kommentar-Sektion explodiert.

Vom bodycheck zum body-check: was die wrestler wirklich sahen

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Die Stars hatten eigentlich Promo für RAW in Oberhausen gedreht, doch die Kamera lief weiter. Im Hintergrund: ein Whiteboard mit der probable DFB-Elf gegen Italien. Antonio Rüdiger’s Schulterpartie, Jamal Musiala’s Dribbel-Stat, Kai Havertz’ Laufleistung – alles in WWE-Analytics-Farben aufgemalt. „Das ist wie Heat-Map, nur mit mehr Glamour“, lacht Morgan und fügt in ihrer Story hinzu: „Würden wir gegen die antreten, wären wir nach 90 Minuten geschmolzen.“

Der Clip ist kein Zufall. WWE kooperiert seit Januar mit DFB-PartnerDeutsche Telekom, um jüngere Zielgruppen zu fusionieren. „Crossover-Content“ nennen das Marketing-Manager, die Wrestler nennen es „Fun“. Für den Verband ist es ein gratis Image-Boost: Musiala folgt Ripley inzwischen auf Instagram, Joshua Kimmich kommentierte mit vier Muskel-Emojis. Die Botschaft: Fußball ist nicht nur Taktik, sondern auch Show – und Show braucht Gesichter, die man sich merkt.

Die Zahlen sprechen klar: Innerhalb von drei Stunden stieg der DFB-Shop-Traffic um 38 %, meist geklickt: die Trainingsjacke mit „Nationalmannschaft“ auf Arabisch. Gleichzeitig verzeichnet WWE Deutschland 22 000 neue Follower – ein Viertel davon Frauen zwischen 18 und 29, exakt die Demografie, die der DFB seit Jahren mühsam für sich gewinnen will. Es ist ein Tauschgeschäft, bei dem beide Seiten nur gewinnen können.

Was bleibt? Ein Match wird es nicht geben, klar. Aber wenn am 10. Juni in München die Europameisterschaft startet, sitzen im Block der WWE-Fans plötzlich auch Leute mit „Musciala 10“-Trikots. Und vielleicht – nur vielleicht – schwenkt dann jemand ein Plakat mit „Rhea Ripley vs. Rüdiger – Steel Cage“. Der Sport wird kleiner, verrückter, bunter. Genau das macht ihn unverzichtbar.