Wüthrichs comeback: yb findet endlich form – und blickt nach vorne!
Bern – Ein knappes Jahr ist es her, dass Gregory Wüthrich das YB-Trikot wieder trug. Die Saison in der Meisterschaftsgruppe steht vor der Tür, und der erfahrene Verteidiger spricht im exklusiven Gespräch über die schwierige Saison, seine persönliche Entwicklung und die Ambitionen für die Zukunft. Die Young Boys haben sich schwer getan, doch jetzt scheint der Aufwärtstrend unaufhaltsam.
Die rückkehr nach bern: mehr als nur ein sportlicher neustart
Nach sechs Jahren im Ausland, zunächst in Australien und dann in Österreich, kehrte Wüthrich nach Bern zurück. Doch das Heimkommen war alles andere als ein Spaziergang. "Ja, absolut. Ich fühle mich sehr wohl hier, auch meine Familie ist glücklich. Die Unterstützung meiner Mutter ist unbezahlbar," so Wüthrich. Dennoch, die sportlichen Ergebnisse ließen zu wünschen übrig, und die Balance zwischen Beruf und Privatleben gestaltete sich schwierig.
Die Meisterschaftspause wurde intensiv genutzt. Ein Testspiel gegen den Neuchâtel Xamax FCS gab Anlass zur Hoffnung. "Wir hatten den gleichen Trainingsplan wie vor einem Meisterschaftsspiel. Die Intensität war etwas geringer, aber die Videoanalyse hat uns geholfen, uns zu verbessern." Das 2:1 im Testspiel bestätigte den positiven Eindruck.

Defensive stabilität als schlüssel zum erfolg
Besonders auffällig ist die deutliche Reduzierung der Gegentore in der Rückrunde. "Ja, zu 100 Prozent. Wir haben eine klare Aufwärtstendenz. Auch wenn die Ergebnisse nicht immer optimal waren, machen wir Fortschritte. Das ist im Hinblick auf die neue Saison entscheidend." Die Mannschaft gibt sich nicht auf und kämpft um jeden Punkt.
Was hat zu dieser späten Verbesserung geführt? Wüthrich zeigt sich ehrlich: "Es ist nicht einfach zu erklären. Thun marschiert durch, und wir hatten individuell lange Zeit mit Formproblemen zu kämpfen. Wir waren oft in einer Negativspirale gefangen. Es gab viele individuelle Fehler, die uns teuer zu stehen kamen." Die hohen Erwartungen vor der Saison und die darauffolgenden Rückschläge machten die Situation zusätzlich kompliziert.

Persönliche entwicklung und führungsrolle
Auch Wüthrich selbst musste sich erst wieder finden. Nach einer verletzungsbedingten Ausfallzeit in der Hinrunde zeigte er in der Rückrunde eine deutliche Leistungssteigerung. "Ich konnte eine Reaktion zeigen und fühle mich viel wohler. Ich habe wieder das Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten und kann eine Führungsrolle ausleben." Er möchte mehr Einfluss aufs Spiel nehmen, aggressiver spielen und die Mannschaft emotional mitreissen.
Der Blick nach vorne ist voller Zuversicht. Wüthrich ist überzeugt: "Die Grundlage ist die defensive Stabilität. Dort müssen wir zu einer Macht werden. Dann wollen wir ein dominantes Auftreten an den Tag legen. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir die nötige Qualität im Kader haben." Das Ziel ist klar: Als Einheit auftreten und in der neuen Saison wieder ganz vorn mitmischen.
Auch sein Kontakt zu Sturm Graz, wo er fünf erfolgreiche Jahre verbrachte, hält bis heute an. Die Erinnerungen an diese Zeit sind geprägt von Freundschaft und Intensität, und Wüthrich blickt mit Respekt auf die Leistungen der Grazer, die aktuell um den österreichischen Meistertitel kämpfen. Der Abgang von Graz bedauert er keinesfalls, sondern sieht darin eine zusätzliche Motivation für die anstehende Saison.
Die Saison ist zwar noch nicht vorbei, aber die Zeichen stehen gut für die Young Boys. Mit einem erfahrenen Verteidiger wie Gregory Wüthrich, der nicht nur sportlich, sondern auch mental gestärkt ist, können sie den Aufwärtstrend fortsetzen und in der Meisterschaftsgruppe für Furore sorgen. Die vergangene Saison mag holprig gewesen sein, doch sie hat gezeigt, dass YB auch in schwierigen Zeiten nicht aufgibt – und dass der Hunger nach Erfolg größer ist denn je.
