Wolfsburgs pokal-hoffnung lebt – johannes hält die null!

Ein Achterbahnspiel in Jena! Der Rekordsieger VfL Wolfsburg entging dem DFB-Pokal-Debakel nur dank einer herausragenden Leistung seiner Torhüterin Stina Johannes und einem Nacken-Elfmeter von Fiona Gaißer. Drei Tage nach dem bittere Aus in der Champions League gegen Lyon muss der Bundesliga-Zweite nun im Endspiel um den Titel kämpfen – ein Szenario, das angesichts der gezeigten Leistung gegen das Schlusslicht Carl Zeiss Jena lange in weiter Ferne schien.

Ideenlos gegen defensiv eingestellte thüringerinnen

Ideenlos gegen defensiv eingestellte thüringerinnen

Das Spiel in Jena offenbarte deutliche Schwächen im Wolfsburger Offensivspiel. Ohne die verletzte Alexandra Popp fehlte die zündende Idee im Angriffsdrittel, und die Gastgeberinnen, die sich vor allem auf ihre Defensive konzentrierten, ließen kaum Durchlässigkeit zu. 120 torlose Minuten waren die Folge, bevor das Elfmeterschießen kam. Ein desolantes Bild für einen Verein, der in den letzten zehn Jahren den DFB-Pokal dominiert hat – eine Serie, die nun gefährdet ist.

Stina Johannes bewies jedoch, dass sie ihrer Rolle als Leistungsträgerin voll gerecht wird. Mit zwei gehaltenen Elfmetern sicherte sie Wolfsburg den Einzug ins Finale. Lineth Beerensteyn vergab ihre Chance für die Niedersachsen, und als Fiona Gaißer den entscheidenden Elfmeter für Jena verfehlte, war die Last von den Schultern des VfL genommen. Aber es war mehr als Glück - Johannes' Paraden waren von hoher Qualität und zeigten ihre Klasse im entscheidenden Moment.

Das kräftezehrende 1:4 in der Champions League gegen Lyon hatte den VfL sichtlich geschwächt. Doch der nächste Dämpfer wurde durch das Elfmeterschießen abgewendet. Im Vorjahr scheiterte man bereits im Viertelfinale an Hoffenheim, ein Rückschlag, der nun hoffentlich eine Lehre für die Zukunft ist. Die Liga scheint zwar in Reichweite, aber die Leistungen in den K.O.-Spielen müssen deutlich verbessert werden, wenn Wolfsburg seine Ambitionen im nationalen Pokal erfüllen will.

Am Montag entscheidet sich, wer dem VfL Wolfsburg im Finale gegenübersteht. Der Double-Gewinner FC Bayern und die SGS Essen treffen sich um 15:30 Uhr (Sky). Ein Finale zwischen Wolfsburg und Bayern, den Schwergewichten des deutschen Frauenfußballs, ist angesichts der bayerischen Dominanz durchaus wahrscheinlich. Die Bayern können die Meisterschaft bereits am 22. April gegen Union Berlin perfekt machen – ein Zeichen für ihre Stärke und Kontinuität in dieser Saison.

Die Tatsache, dass der VfL Wolfsburg, trotz der offensichtlichen Probleme im Spielaufbau und der fehlenden Durchschlagskraft im Angriff, ins Finale eingezogen ist, wirft ein Schlaglicht auf die Bedeutung des Kampfgeistes und die Fähigkeit, in entscheidenden Momenten zu bestehen. Der Pokal ist ein Wettbewerb, in dem es oft weniger um brillante Leistungen als vielmehr um mentale Stärke und taktische Flexibilität geht. Wolfsburg hat bewiesen, dass er beides besitzt – zumindest im Elfmeterschießen.